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Tönisvorst
Von der Liebe zu Münzen und Medaillen

Tönisvorst: Von der Liebe zu Münzen und Medaillen
Christian Koch, Vorsitzender der Krefelder Münzfreunde, mit einem historischen deutschen Geldschein, der mit einem FOTO: Hüskes Achim
Tönisvorst. Nicht nur Kaufen und Verkaufen, sondern auch ein Stück Geschichte erleben, das konnten die Besucher gestern im Marienheim in St. Tönis. Die Krefelder Münzfreunde hatten zur Münzbörse eingeladen. Von Bianca Treffer

Mit großem Interesse mustert Gabriele Sturm die übersichtlich und ansprechend in Plexiglas ausgestellten Münzen und Unzen von Peter Kreutner. Ein kleiner Knopfdruck und die Bonnerin hat ihr Tablet angestellt. "Früher habe ich meine Excel-Listen mitgenommen, jetzt mit dem Tablet ist es viel einfacher. Hier ist meine ganze Sammlung drin und ich weiß sofort, ob ich die Münze bzw. Unze habe oder nicht. Ich kaufe nämlich nichts doppelt", sagt Gabriele Sturm, die schon einige Exemplar ausgesucht hat und nun an die Überprüfung geht, wobei ihr Sammelgebiet Frauen auf Münzen sind. Käuferin und Verkäufer stecken Sekunden später in einem Fachgespräch über neue Serien, Preise und Sammelgebiete.

Aber nicht nur hier werden Fachgespräche geführt. Stimmengemurmel bestimmt die Geräuschkulisse im großen Saal des Marienheims in St. Tönis. Auf langen Tischreihen haben die Aussteller ihre Schätze ausgebreitet und an so manchem Stand stehen die Besucher dicht gedrängt. Die Krefelder Münzfreunde haben zu einer Börse für Münzen, Papiergeld, Ansichtskarten und Zubehör eingeladen. Etliche Aussteller aus dem Ruhrgebiet und dem Münsterland haben sich eingefunden, um zu verkaufen, aber auch um anzukaufen, wie Schilder an den einzelnen Ständen verraten.

Neben Hobby-Sammlern sind ebenso professionelle Fachleute unterwegs. So auch Waldemar Wollny, der aus Korschenbroich kommt. "Ich bin immer auf der Suche nach Objekten für meinen Münzenfachhandel", sagt der Diplom-Kaufmann, der gerade mit Verkäufer Ortwin Swiderski in einem Gespräch über die limitierte Auflage einer Medaille, die Salvador Dali zu Ehren Konrad Adenauer gestaltete, steckt. Eine Medaille, die Swiderski aktuell zum Verkauf anbietet. "Mein spezielles Sammelgebiet sind mehr die Medaillen aus Kohle. Viele der Objekte sind einst in den Öfen gelandet und wurden verheizt. Daher freue ich mich immer, wenn ich wieder etwas finde", sagt der Sammler, der aus dem Münsterland kommt.

Überall beäugen die Besucher Objekte, angefangen von Münzen über Orden und Medaillen bis hin zu Notgeld. Besucher durchblättern Alben und nehmen einzelne Objekte zur genaueren Ansicht in die Hand. Bei Klaus Skupin ist sogar die Lupe im Einsatz. "Dann ist die Schrift einfach besser lesbar und auch der Erhaltungsgrad eindeutig zu erkennen", sagt er. Skupin ist dabei auf der Suche nach Schlesien und Universitäts-Jubiläums-Münzen.

Münzen seien Geschichte pur, fügt der Börsenbesucher an. Etwas, dass Christian Koch nur bestätigen kann. "Münzen und Scheine sind geprägte Geschichte. Wer sich damit beschäftigt, erfährt geschichtliche Hintergründe", betont der Vorsitzende der Krefelder Münzfreunde, der sich sehr über die gute Annahme von Seiten der Aussteller sowie Besucher freut.

Quelle: RP
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