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Tönisvorst
Vorst-Nord rettet Haushaltsentwurf 2018

Tönisvorst: Vorst-Nord rettet Haushaltsentwurf 2018
Kämmerin Nicole Waßen mit Wernher Blomenkamp, Leiter der Kämmerei (links), und Bürgermeister Thomas Goßen gestern im Rathaus. FOTO: WOLFGANG KAISER
Tönisvorst. Gestern stellte Beigeordnete Nicole Waßen den Haushaltsentwurf 2018 vor. Er weist einen Umfang von 65 Millionen Euro auf und hat eine Deckungslücke von 1,5 Millionen Euro. Für 2022 kündigt sie einen ausgeglichenen Haushalt an. Von Heribert Brinkmann

Keine Erhöhung von Grund- und Gewerbesteuern, keine Schließung von Einrichtungen, keine gravierenden Einsparungen bei den Leistungen. Das Zahlenwerk, das Beigeordnete und Kämmerin Nicole Waßen gestern Vormittag den Medien vorstellte und abends in den Stadtrat einbrachte, kommt ohne böse Überraschungen aus - ist aber aufgrund des frühen Datums immer noch "eine Gleichung mit zwei Unbekannten" (Bürgermeister Thomas Goßen). Der Haushaltsentwurf für das Jahr 2018 geht von Aufwendungen in Höhe von 65.052.551 Euro aus, denen Erträge von 63.516.336 Euro gegenüber stehen. Die Deckungslücke von 1,5 Millionen Euro wird den allgemeinen Rücklagen entnommen, das entspricht 1,53 Prozent und ist (weil unter 5 Prozent) genehmigungsfähig.

Zum Ergebnis, das die Stadtspitze gestern relativ entspannt präsentierte, trägt in erster Linie das Neubaugebiet Vorst-Nord bei. An Grundstücksverkäufen nicht nur dort sollen 2018 insgesamt 5,6 Millionen Euro in die Stadtkasse fließen. Der zweite Glücksfall für den Haushalt sind die Schlüsselzuweisungen des Landes. Nach 2,5 Millionen in 2016 und nur 1,6 Millionen in 2017 hat das Land für 2018 Zuwendungen von 4,3 Millionen in Aussicht gestellt (das ließ Kämmerin Waßen zum Telefonhörer greifen, um in Düsseldorf nachzufragen, ob die Summe stimmt). Bisher hat die neugewählte Landesregierung aber nur Absichtserklärungen abgegeben, die Summen sind noch nicht endgültig festgesetzt. Aufgrund der guten Konjunkturlage steigen auch Jahr für Jahr die kommunalen Anteile an Einkommens- und Umsatzsteuer. In Tönisvorst sind für 2018 17 Millionen bei der Einkommenssteuer und 1,6 Millionen bei der Umsatzsteuer auf der Einnahmenseite veranschlagt. Die Hundesteuer macht übrigens nur 200.000 Euro aus, die Vergnügungssteuer fällt mit 780.000 Euro schon weit höher aus. An Gewerbesteuer will Tönisvorst im kommenden Jahr 9,5 Millionen Euro einnehmen, die Grundsteuer B beläuft sich auf 4,6 Millionen Euro. Die hohen Steuerbeträge und die positiven Schlüsselzuweisungen des Landes lassen Nicole Waßen die Prognose wagen, dass der Tönisvorster Haushalt 2020 eine schwarze Null schreibt und 2022 mit einem kleinen Plus abschließt.

In Schulen und Sportanlagen werden rund 3,48 Millionen Euro investiert - von Brandschutzmaßnahmen bis zur Erneuerung von Hallendächern. Der 2014 aufgenommene Kredit von 2,6 Millionen Euro, mit dem der Grunderwerb und die Erschließung des Baugebietes Vorst-Nord finanziert werden, soll 2019 mit den Einzahlungen aus Grundstücksverkäufen getilgt werden. Für die Folgejahre sind keine Kredite für Investitionen geplant. Nicht eingerechnet sind allerdings die Pläne für einen Verwaltungsneubau, weil zuerst das Wirtschaftlichkeitsgutachten abgewartet werden soll. Die geplante neue Rutsche für das Schwimmbad H2Oh! ist mit 395.000 Euro erst für den Haushalt 2020 eingeplant. Für die Gebäudeerhaltung sind 2,06 Millionen Euro eingerechnet, davon 1,4 Millionen für Sanierungen und 635.000 Euro für Brandschutzmaßnahmen.

Auf der Ausgabenseite sind 65 Prozent der Summen festgeschrieben. 40 Prozent der Ausgaben sind Transferleistungen, also Kreisumlage und Kosten für Jugenderziehung. Weitere 25 Prozent betreffen das Personal (Tariferhöhungen mit 1 Prozent kalkuliert). Für Flüchtlingsunterkünfte werden 100.000 Euro eingeplant, für 2019 dann 700.000 Euro (Am Sportplatz in Vorst).

Quelle: RP
 
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