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Tönisvorst
Weihnachtsfreude für Behinderte

Tönisvorst: Weihnachtsfreude für Behinderte
Der Nikolaus hatte für die Teilnehmer der Weihnachtsfeier ein kleines Geschenk mitgebracht. Alle freuten sich über die Tüte mit den Süßigkeiten. FOTO: achim Hüskes
Tönisvorst. Der neue Vorstand der Interessengemeinschaft Behinderter bietet ein vielseitiges Programm für behinderte Menschen und ihre Familie. So trafen sich die 36 Mitglieder jetzt in der Begegnungsstätte Vorst zur Weihnachtsfeier. Von Stephanie Wickerath

Als Brigitte Beckers 1987 die Interessengemeinschaft Behinderter Tönisvorst gründete, gab es das Wort Inklusion noch nicht. Behinderte Kinder besuchten Sonderschulen und hatten wenig soziale Kontakte in der Nachbarschaft oder im Verein. "Die Idee war, eine Gruppe für Familien mit behinderten Kindern, egal ob geistig oder körperlich behindert, aufzubauen, die gemeinsam die Freizeit verbringt", erzählt Brigitte Beckers.

Weil die St. Töniserin unsicher war, was bei einer Vereinsgründung zu beachten sei, wandte sie sich an den damaligen Stadtdirektor Udo Bachmann. Der unterstützte die Idee und so gründetet sich die IG Behinderter Tönisvorst. Sieben Mitglieder hatte der neue Verein zunächst. Aber schnell wuchs eine Gruppe von etwa zehn Familien zusammen. Fast 30 Jahre lang war Brigitte Beckers deren Vorsitzende. Sie sammelte Spenden und organisierte Ausflüge, lud mit den Vorstandskollegen zu Sommerfesten und Weihnachtsfeiern ein.

Seit diesem Jahr hat die Interessengemeinschaft Behinderter mit der Vorsterin Silvia Beltau eine neue Vorsitzende, die aber ebenso wie ihr Stellvertreter Jörg Mohring am bewährten Konzept festhält. "Zwar sind einige Menschen, die von Anfang an dabei waren, mittlerweile verstorben, aber die meisten Mitglieder sind uns treu geblieben", weiß Silvia Beltau.

Aus den behinderten Kindern von einst, sind behinderte Erwachsene geworden. "Wir sind gemeinsam alt geworden", sagt Brigitte Beckers. Statt Ausflüge zu Attraktivität, die Kindern gefallen, werden heute Theaterbesuche für die 36 Mitglieder angeboten. "Wir fahren auch oft zu Sportveranstaltungen, bieten Bingo-Abende an und organisieren einmal im Jahr einen Tagesausflug", erzählt die neue Vorsitzende.

Finanziert werden die Aktivitäten über Spenden von Geschäftsleuten und Privatpersonen. "Weil wir Busse brauchen, die behindertengerecht sind, sind die Ausflüge mitunter ziemlich teuer", erklärt Silvia Beltau. Ohne Spenden könne der Verein die Ausflüge nicht stemmen. Umso mehr freut sich der Vorstand, wenn andere Vereine dazu beitragen, dass den Mitgliedern eine tolle Feier geboten werden kann, die die Vereinskasse nicht so stark belastet. "Unsere Weihnachtsfeier wird jedes Jahr unterstützt", freut sich die neue Vorsitzende.

So auch in diesem Jahr. Am Samstagnachmittag trafen sich etwa 40 behinderte Erwachsene und ihre Angehörigen in der Begegnungsstätte "Residenz am Stadtgarten" an der Kniebeler Straße in Vorst. Im schön dekorierten Raum sangen die Gardetänzerinnen der Karnevalsgesellschaft Vorst, die den Garde-Hut gegen eine Nikolausmütze getauscht hatten, Weihnachtslieder mit den Feiernden. Begleitet wurden sie dabei von dem 16-jährigen Dominic Horst an der Gitarre.

Sehr zur Freude der Besucher kam auch der Weihnachtsmann vorbei, der für jeden der Gäste eine kleine Tüte mit Süßigkeiten dabei hatte.

Quelle: RP
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