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Tönisvorst
Windsturmreiter kennen keine Angst

Tönisvorst: Windsturmreiter kennen keine Angst
Adrian Thomser und Lukas Schrenk in der Aufführung "Windsturmreiter" des Landestheaters Detmold im Jugendfreizeitzentrum. FOTO: BJÖRN KLEIN/Landestheater
Tönisvorst. Das Landestheater Detmold brachte das Kinderstück von Anna Siegrot in der Inszenierung von Charlotte Van Kerckhoven ins Jugendfreizeitzentrum. Von Bianca Treffer

Das Gewitter scheint genau über dem großen Veranstaltungsraum des St. Töniser Jugendfreizeitzentrums zu stehen. Der Wind heult, Donner krachen und Blitze flammen auf - zumindest auf der Bühne. Es ist ein wenig unheimlich. Das findet auch Clemens (Lukas Schrenk), denn er hat sich, durch das Unwetter aus dem Schlaf gerissen, tief unter seiner Bettdecke versteckt. Eins ist den jungen Zuschauern sofort klar: Clemens hat scheußliche Angst.

Doch Clemens ist auch neugierig, denn kaum ist das Gewitter vorbei, möchte er gerne wissen, was in dem großen Geschenkkarton versteckt ist, der mitten in seinem Zimmer steht. Wenngleich sein Geburtstag eigentlich erst um Mitternacht beginnt, kann er es nicht mehr abwarten. "Erst morgen, nein" heißt es zuerst, doch dann kommt ein schnelles "Ich mach´s" von seiner Seite. Ganz rein ist sein Gewissen aber nicht, als er die Schleife aufbindet und den Deckel abhebt. Kinder recken sich, um einen ersten Blick in das Paket zu werfen, und fahren mit einem "Uhh" zurück, als Hände und Füße, kaum dass der Deckel ab ist, über den Rand heraus wackeln. "Hilf mir mal raus", ist eine Stimme zu hören. Und dann ist er auch schon da, der Blaster (Adrian Thomser), der einfach nur liebenswert frech sowie unbesorgt daherkommt und zeigt, wie bunt die Welt ist und dass man keine Angst haben muss, sie zu entdecken, selbst wenn es gewittert.

Mit dem Stück "Windsturmreiter" von Anna Siegrot, perfekt in Szene gesetzt von Regisseurin Charlotte Van Kerckhoven, begeisterte das Landestheater Detmold nicht nur die jungen Zuschauer, sondern auch die mitgebrachten Eltern und Großeltern. Im Rahmen des Kinder- und Jugendtheaters vom Stadtkulturbund Tönisvorst erlebten die Besucher hervorragendes Theaterspiel. Von Angst über Ausgelassenheit und purer Freude bis hin zur Wut und Nachdenklichkeit zog sich die Palette der Gefühlswelten. Herzliches Lachen erklang, wenn der Blaster blitzschnell auf das hohe Regal kletterte. In einer nicht minder herrlichen Szene rockten Blaster und Clemens mit ihren Luftgitarren durch das Kinderzimmer. Dagegen ist es tiefbewegend, als Blaster die Geschichte vom Mann erzählt, der die Sprache verlernte. Thomser verkörperte den wilden und sorglosen Blaster hervorragend, während Schrenk überzeugend den Jungen spielte, der eher ängstlich und immer überlegend, was die anderen wohl von ihm denken, daherkommt. Blaster liebt Gewitter, Clemens versteckt sich hingegen vor Angst. Die beiden sind zwei absolute Gegensätze auf der ganzen Linie, wobei Clemens eine Menge von dem herzerfrischenden Blaster lernte und zum Schluss selbst Gewitter nicht mehr so schlimm fand.

Quelle: RP
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