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Tönisvorst
Wird Stadtkern für Verkehr gesperrt?

Tönisvorst: Wird Stadtkern für Verkehr gesperrt?
Wenig attraktiv ist die Tatsache, dass der Autoverkehr in der Innenstadt von St. Tönis die Fußgängerzone quert. Nun soll geprüft werden, den Innenstadtbereich von der Einmündung Ringstraße in die Friedensstraße an für den Verkehr zu sperren. FOTO: Kaiser
Tönisvorst. Ein Verkehrskonzept für den Innenstadtkern von St. Tönis soll die Verwaltung erstellen. Das beschlossen die Politiker im Fachausschuss. Schwerpunkte sind die Überquerung der Ringstraße und das Parkplatzproblem am Kirchplatz. Von Stephanie Wickerath

Es waren ursprünglich zwei Anträge, die schließlich in einen ganz neuen Beschluss mündeten. So hatte die SPD-Fraktion vor geraumer Zeit eine Anwohnerparkregelung am Kirchplatz vorgeschlagen. Die CDU-Fraktion hatte einen Fußgängerüberweg an der Ringstraße in Höhe der Bushaltestelle beantragt. Nach längeren Diskussionen waren beide Anträge in der vorigen Sitzung des Bau-, Energie-, Verkehrs- und Umweltausschusses vertragt worden.

Nun standen sie erneut auf der Tagesordnung, und diesmal kam es zu einem Beschluss: Die Verwaltung, allen voran das Ordnungsamt, soll prüfen, ob es möglich ist, den Innenstadtbereich von der Einmündung Ringstraße in die Friedensstraße an für den Verkehr zu sperren. Friedensstraße, Kirchstraße und Kirchplatz dürften dann nur noch von Anwohnern befahren werden. Ein Zebrastreifen über die Ringstraße in Höhe der Friedensstraße ist ebenfalls angedacht.

Politiker und Verwaltung verfolgen damit mehrere Zwecke. Werde die Einfahrt in den Ortskern verboten, stünden den Anwohnern des Kirchplatzes die dort vorhandenen 25 öffentlichen Parkplätze zur Verfügung. Das Parkplatzproblem, über das die Anwohner seit Langem klagen, soll damit entschärft werden. Außerdem, da waren sich alle einig, gewönnen die Fußgängerzone und die Außengastronomie an der Kirchstraße enorm an Attraktivität, wenn der Verkehr an dieser Stelle reduziert würde. "Und es ist wirklich unglaublich, wie viele Autos in diesem Bereich fahren", sagte Ordnungsamtsleiter Wolfgang Schouten nach einer Ortsbesichtigung. Die Vertreter der CDU-Fraktion stimmten zu: "Wir haben kein Parkplatzproblem, wir haben ein Verkehrsproblem", sagte Günter Körschgen.

Ob eine Sperrung ab Friedensstraße den Verkehr im Stadtkern wirklich merklich reduzieren würde, darf bezweifelt werden. Sowohl an der Friedensstraße als auch an der Kirchstraße sind Einfahrten zu Tiefgaragen. Außerdem wohnen im Bereich Kirchplatz und Kirchstraße gut 100 Menschen, deren Häuser nur über die Kirchstraße angefahren werden können. Zu den bereits vorhandenen Anwohnern kommen durch den Neubau eines Wohnhauses an Stelle der ehemaligen Grundschule noch einige hinzu, was sich wiederum auf den Verkehr auswirken wird.

Auch die Besucher der katholischen Pfarrkirche und des Pfarramtes, die Patienten der Ärzte und Therapeuten, die Klienten der Anwälte und Notare, die am Kirchplatz angesiedelt sind, fahren über Friedens- und Kirchstraße zum Kirchplatz und - mangels Alternativen - genauso auch wieder aus dem Stadtkern heraus. Das Gleiche gilt für die Zulieferer der Gastronomie und donnerstags für die Beschicker des Wochenmarktes. "Natürlich kann man auch darüber nachdenken, den Kirchplatz autofrei zu machen und den Anwohnern lediglich zum Be- und Entladen eine Sondergenehmigung zu erteilen", sagte Wolfgang Schouten. Schließlich stünden im Umkreis von 300 Metern zahlreiche Parkplätze zur Verfügung.

Anja Müller-Lambertz, CDU, wies darauf hin, dass die Anwohner der benachbarten Hospital- und Marktstraße jetzt schon über fehlende Parkplätze vor ihrer Haustür klagten. "Außerdem sollten wir erst die Meinung des Werberings einholen, bevor wir uns an das Verkehrskonzept setzen", sagte die CDU-Frau. Schließlich solle die florierende Innenstadt mit den vielen Geschäften nicht durch eine Verkehrssperrung kaputtgemacht werden.

Quelle: RP
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