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Tönisvorst
Wirrungen, aber am Ende ist alles gut

Tönisvorst. Gelungene Uraufführung vor ausverkauftem Haus: Die Vorster Laienspielgruppe "Salz & Pfeffer" gastierte mit "Zwei ist eine zu viel" im Corneliusforum. Das Stück aus der Feder der Darstellerin Ingrid Kox kommt gut an. Von Stephanie Wickerath

Das hat es in 25 Jahren "Salz & Pfeffer" noch nicht gegeben. Erstmals musste die Laienspielgruppe der Vorster Kolpingfamilie eine Premiere in St. Tönis feiern. "Ausgerechnet St. Tönis", scherzt Christoph Zeletzki, einer der Spielleiter, um gleich darauf zu betonen: "Nein, wir kommen immer gerne in den Nachbarort und fühlen uns hier sehr wohl."

Das St. Töniser Publikum, das am Freitagabend in den Genuss der Uraufführung von "Zwei ist eine zu viel" kam, gibt auch keinen Anlass zur Klage. Ganz im Gegenteil, es wird viel gelacht im Corneliusforum und auch mit dem Beifall geizen die etwa 500 Zuschauer nicht. Tatsächlich ist der Stress der vergangenen zehn Tage den Schauspielern nicht anzumerken. Wie echte Profis schlüpfen sie in ihre Rollen und meistern die dreistündige Aufführung mit Bravour.

Dabei mussten sie in der vorigen Woche noch eifrig Rollen tauschen und neue Texte lernen. Nötig war das, weil Hauptdarsteller Heinz-Josef Köhler zwei Tage vor der geplanten Premiere am 24. Oktober in Vorst erkrankte. Die beiden für das Wochenende in Vorst geplanten Aufführungen wurden abgesagt, beziehungsweise auf den 28. und 29. November verschoben. "Wir wussten aber nicht, wann unser Hauptdarsteller wieder gesund ist, also haben wir das unerwartet freie Wochenende genutzt, um die Rollen neu zu besetzen", erzählt Christoph Zeletzki. Drei Darsteller mussten neue Texte lernen, einige Dialoge wurden geändert.

Gut, dass die Autorin des Stücks zum Team gehört. Der Schwank stammt nämlich aus der Feder von Ingrid Kox, die der Laienspielgruppe seit mehr als 20 Jahren angehört. "Es ist das fünfte Stück, das Ingrid für die Gruppe geschrieben hat", weiß Zeletzki. Dabei hat die Vorsterin sich an den Stücken aus den vergangenen Jahren orientiert. Wie immer bei "Salz & Pfeffer" geht es um Irrungen und Wirrungen, die zunächst für viele Turbulenzen sorgen, sich am Ende aber in Wohlgefallen auflösen.

Dabei sind Ingrid Kox viele lustige Dialoge gelungen und auch die eingebauten Zitate kommen gut an. Beispiel: "Ich merke schon, Du willst Dich geistig duellieren, bist aber gänzlich unbewaffnet." Oder: "Wer zuletzt lacht, lacht am besten." "Nee, wer zuletzt lacht, denkt am langsamsten." Und: "Gib mir die Gelassenheit eines Stuhls. Der muss auch mit jedem Arsch zurechtkommen."

Interessanterweise hat die Autorin sich selber die Rolle des Hausdrachen auf den Leib geschrieben. Als Hannelore Hansemann tyrannisiert sie ihren Ehemann Ewald, gut gespielt von Jörg Boymanns, wo sie nur kann. "Du bist so dumm wie zehn Meter Feldweg", ist noch einer der charmanteren Vorwürfe. Doch auch wenn die Zuschauer der Darstellerin die Furie abnehmen, weil Kox ihre Hannelore wirklich überzeugend spielt, wirkt die Rolle teilweise etwas überzogen.

Authentisch ist einmal mehr Publikumsliebling Heinz-Josef Köhler. Als schlitzohriger Opa, der sich gerne von Schwiegertochter (Gudrun Heidenfeld) und Enkelin (Melanie Arnolds) bedienen lässt, spielt er sich in die Herzen des Publikums. Dass er auch bei "Zwei ist eine zu viel" seine Texte in Vorster Mundart spricht, finden selbst die St. Töniser gut.

Quelle: RP
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