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Tönisvorst
Zellengenosse sagt als Zeuge aus

81-Jähriger getötet: Prozess nach Raubmord in Tönisvorst
81-Jähriger getötet: Prozess nach Raubmord in Tönisvorst FOTO: Thomas Lammertz
Tönisvorst. Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines 81-jährigen Rentners aus Tönisvorst sagte gestern überraschend ein weiterer Zeuge aus, der zur Zeit eine Freiheitsstrafe verbüßt. Der 19-Jährige war zeitweise mit zwei der Angeklagten inhaftiert. Dort soll er von einem Angeklagten Informationen über Einzelheiten der Tat erhalten haben. Er berichtete über Gespräche, die in Haft geführt worden sein sollen.

Die Aussage könnte den 21-Jährigen aus Straelen entlasten. Der Zeuge gab an, er habe von dem 18-Jährigen, der ebenfalls in Straelen wohnte, erfahren, dass der Mitangeklagte tatsächlich nur eine untergeordnete Rolle einnahm. Er sei nur als Fahrer eingeplant gewesen. Der 18-Jährige bestritt, dass es ein Gespräch mit diesem Inhalt gab. Während der weiteren Befragung wurde es laut. Der Zeuge beschimpfte den Anwalt des 18-Jährigen, der daraufhin einen Strafantrag stellte. Das Gericht zieht nun in Betracht, noch einen weiteren Häftling zu laden.

Raubmord in Tönisvorst: 81-Jähriger tot FOTO: Lothar Strücken

Gestern kamen auch die Vertreter der Jugendgerichtshilfe zu Wort. Sie beraten das Gericht dabei, ob die zur Tatzeit unter 21-jährigen Männer nach dem Jugendrecht verurteilt werden sollen. Im Fall der beiden zur Tatzeit minderjährigen Angeklagten ist das zwingend. Bei den beiden Heranwachsenden indes muss genau geprüft werden, ob sie noch einem Jugendlichen gleichgesetzt werden können. Das wurde bei einem der Heranwachsenden nicht befürwortet. Im Falle einer Verurteilung wäre die Strafkammer dann nicht an die Höchststrafe von zehn Jahren gebunden. Für das Gericht sind die Einschätzungen der Jugendgerichtshilfe allerdings nicht bindend, sondern dienen lediglich als Entscheidungshilfe.

Einer der Angeklagten war auch schon zur Tatzeit, im Oktober vergangenen Jahres, 21 Jahre alt. Die Verhandlung wird am 10. Dezember fortgesetzt.

(BL)
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