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Tönisvorst
Zug mit vielen ausgefallenen Laternen

Tönisvorst. Beim Martinsumzug der Schulen machten mehr als 1600 Kinder und Jugendliche mit und zogen am Samstag durch die St. Töniser Innenstadt. Zehn Musikkapellen halfen beim kräftigen Singen mit. Senioren erhielten Weckmänner. Von Stephanie Wickerath

Mehr als 1600 Kinder, zehn Musikkapellen und - zum zweiten Mal hoch zu Ross - der neue St. Martin Robert Brunner zogen am Samstagabend eine Stunde lang durch St. Tönis. Auf dem Hügel am Pastorswall wartet neben einem großen Feuer Jupp Beudels, der seit 27 Jahren den armen Mann spielt. Eine besonders große Gruppe stellte in diesem Jahr die Sekundarschule, die mit all ihren 450 Schülern aus den Klassen fünf bis acht mitging. Deutlich zu erkennen waren die Sekundarschüler an den originellen Insekten-Laternen. Bienen und Käfer, Grashüpfer, Fliegen und Schmetterlinge hatten die Kinder und Jugendlichen aus PET-Flaschen gebastelt.

Auch die Grundschüler der Corneliusstraße fielen auf. Sie hatten riesige grüne Leuchtfische, rote Köpfe und orange Kürbisse hergestellt. Die katholische Grundschule zog die frisch restaurierte Laterne aus dem Jahr 1949 durch den Ort, die den Altbau der Schule im Modell zeigt. Sehr schön waren auch die Motive der Fünftklässler des Michael-Ende-Gymnasiums. Sie hatten sich im Kunstunterricht mit den Werken von Franz Marc beschäftigt. Die Motive des Künstlers fanden sich in den Laternen wieder. Aber auch Burgen und Fledermäuse, weiße Pferde und bunte Elefanten zogen beim St. Töniser Martinszug mit, der einer der ältesten am Niederrhein ist.

Schon 1833 gab es einen ersten, wenn auch unorganisierten Zug im Ort. 1882 sorgte Hauptlehrer Krüll für Ordnung und meldete offiziell einen Martinszug mit Musik an. 1884 gründete sich das Martinskomitee, das bis heute die beiden Züge - einen Tag vor den Schülern ziehen rund 650 Kindergartenkinder durch den Ort - organisiert. Zum Zug der Schüler gehört traditionell ein großes Feuerwerk. Auch bekommen alle Kinder prall gefüllte Tüten und Senioren einen Weckmann.

"Bisher hat jeder Bürger ab dem 75. Lebensjahr einen Weckmann bekommen", erzählt Jürgen Kuhlenschmidt, seit vielen Jahren Vorsitzender des Martinskomitees. 2564 Weckmänner haben die Schüler des Gymnasiums, die bei der Verteilung helfen, im vorigen Jahr ausgeliefert. Weil das Komitee aber immer weniger Spenden bekommt, und die Bürger immer älter werden, hat der Vorstand beschlossen, den Weckmann erst ab dem 80. Lebensjahr auszuteilen. "Wir haben trotzdem noch 1356 Weckmänner gekauft", sagt Kuhlenschmidt. Rund 20.000 Euro kostet das Martinsfest jedes Jahr. Neben Spenden aus der Bürgerschaft finanzieren die Sparkasse und die Volksbank die Feierlichkeiten mit. Dabei kamen auch die Flüchtlingskinder nicht zu kurz: 47 Tüten brachte das Martinskomitee zur Unterkunft Industriestraße.

Quelle: RP
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