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Tönisvorst
Zum Nähen ins Café

Tönisvorst: Zum Nähen ins Café
Sylvia Harbig bietet in ihrem Atelier Kurse und Workshops an. FOTO: wickerath
Tönisvorst. Seit sieben Jahren betreibt Sylvia Harbig die Nähwerkstatt in St. Tönis. Kindergeburtstage, Kurse und Workshops, einen Nähmaschinenführerschein und ein Nähcafé bietet die Bekleidungsingenieurin in der kleinen Werkstatt an. Von Stephanie Wickerath

Die Idee ist so einfach wie genial: Statt eines Internetcafés hat Sylvia Harbig ein Nähcafé eröffnet. "Im Grunde funktioniert es so wie ein Internetcafé auch: Die Besucher können einen Arbeitsplatz für eine halbe oder eine Stunde mieten", erklärt die Diplom-Ingenieurin der Bekleidungstechnik. Sieben Euro kostet die Stunde. Die Nähmaschine, den Zuschneidetisch mit Maßband, Schneiderschere und alle anderen Utensilien stellt die Betreiberin zur Verfügung. Auch Stoffe können bei Sylvia Harbig gekauft werden. "Menschen, die Zuhause keine Nähmaschine haben oder deren Maschine kaputt ist, kommen hierher, aber auch solche, die lieber in Gesellschaft arbeiten oder Zuhause nicht die nötige Ruhe haben", erzählt die 50-Jährige. Und natürlich schätzen auch viele Kunden die kompetente Beratung der erfahrenen Bekleidungstechnikerin. "Ich finde es gut, dass mir hier jemand über die Schulter schaut und meine Fehler korrigiert", sagt eine Kundin, die regelmäßig aus Mönchengladbach ins St. Töniser Nähcafé kommt. Auch die vielen Bücher mit Anregungen, Schnittmustern und Ideen, die in der Werkstatt ausliegen, werden von den Kunden gerne genutzt.

Aber die kleine Nähwerkstatt an der Bahnstraße bietet noch mehr. Kinder ab neun Jahren können zum Beispiel ihren Geburtstag mit einer Nähparty feiern. "Mit den jüngeren Kindern mache ich meistens Kissenbezüge, die älteren mögen Taschen für Kosmetik-Utensilien", weiß Sylvia Harbig, die selber dreifache Mutter ist. Stoffe zur Auswahl stellt die Nähwerkstatt zur Verfügung, ebenso die Ideen für die Dinge, die auch Ungeübte in drei Stunden fertig nähen können. Ebenfalls drei Stunden umfasst der Nähmaschinen-Führerschein, den Kinder ab acht Jahren in der Werkstatt ablegen können. Und auch in den Schulferien bietet Sylvia Harbig Nähkurse für Kinder an. "Für Jugendliche und Erwachsene habe ich Abendkurse im Programm", sagt die 50-Jährige.

Die Teilnehmer kommen meist aus Tönisvorst, Willich, Kempen und viele auch aus Mönchengladbach. "In den großen Städten gibt es viele Nähcafés, weil Nähen auch wieder sehr in Mode ist, aber hier im Umfeld bin ich die einzige Betreiberin", weiß Harbig. Einmal im Monat, an einem Samstag, bietet die Nähwerkstatt einen Schnupperkursus für Anfänger an. "Das wird gut genutzt und viele kommen danach wieder", freut sich die Bekleidungstechnikerin, die zurzeit Hochsaison hat, weil viele Kunden ihren Lieben an Weihnachten etwas Selbstgenähtes unter den Baum legen möchten. Eigens dafür hat Harbig dreistündige Workshops im Programm. Dazu treffen sich die Teilnehmer an einem Freitagnachmittag oder Samstagvormittag zu einem Thema. "Freihand-Näh-Malen mit der Nähmaschine oder Upcycling sind solche Themen", sagt die 50-Jährige, "dazu können sich je nach Thema auch Eltern-Kind-Teams anmelden oder eine ganze Gruppe bucht einen Termin als Jungesellinnen-Abschied, als Nähparty mit Freundinnen oder ähnliches."

Upcycling erfreue sich dabei zurzeit besonders großer Beliebtheit. "beim Upcycling werden aus alten, abgelegten Sachen neue", erklärt die Fachfrau. Die Kunden bringen alte Jeans- und Cordhosen zum Termin mit, Oberhemden oder abgelegte Kinderkleidung aus schönen Stoffen. "Daraus kann man viele neue Sachen zaubern", weiß Harbig. So könne aus der Lieblings-Babykleidung seines Kindes schnell ein schönes Andenken in Form eines Kissens oder eines Kuscheltiers werden.

Quelle: RP
 
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