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Tönisvorst
Zweifache Ur-Ur-Großmutter feiert heute

Tönisvorst. Emma Hüllemann vollendet in St. Tönis ihr 90. Lebensjahr. Von Manfred Baum

Es gibt Menschen, die altern nie. Die muss man erleben, um sie zu verstehen. Ein solcher Mensch ist das heutige Geburtstagskind in St.Tönis. Sie ist ein "Kind des Ruhrgebietes", das im niederrheinischen St.Tönis eine zweite Heimat fand und sich dort sehr wohlfühlt. Emma Hüllemann hat in Duisburg das Licht der Welt erblickt und wuchs dort mit einem Bruder auf. Sie hat sich immer im "Schoße der Familie, der Großfamilie wohl gefühlt." Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges hat sie eine Lehre als Lederfacharbeiterin begonnen und im Krieg beendet. "Ich kann das noch heute", berichtet sie stolz in ihrer schmucken Wohnung auf dem Biwak 96. Sie hat Taschen, Koffer, Gürtel, Geldbörsen aus Leder hergestellt und den Beruf bis zum 21. Lebensjahr ausgeübt.

Im Jahre 1948 hat sie in ihrer Heimatstadt ihren Ehemann Heinrich geheiratet und war 61 Jahre glücklich mit ihm verheiratet. Heute, meint sie "gehen viele Ehepaare zu früh auseinander." Aus der Ehe gingen eine Tochter und ein Sohn hervor. Gewachsen ist die Großfamilie um Schwiegerkinder, drei Enkel, sechs Ur-Enkel und zwei Ur-Ur-Enkel. Sie bilanziert kurz und knapp: "Haushalt und Familie haben mich glücklich gemacht." Und sie ergänzt aus vollster Zufriedenheit: "Ich habe eine sehr, sehr gute Familie."

Wer sich mit dem Geburtstagskind länger unterhält, der erlebt einen richtigen "Spring ins Feld" im hohen Alter. Dazu ein nicht alltägliches Beispiel: Auf dem Biwak wohnt sie im Erdgeschoss. Doch um fit zu bleiben, läuft sie jeden Tag zweimal bis in die zweite Etage die Stufen rauf und runter. Sie ergänzt: "Ich mache alles noch alleine zu Fuß in der Stadt." Sie führt den Haushalt noch komplett allein und macht (unter anderem Trimmrad) jeden Tag Gymnastik.

Bestens aufgehoben fühlt sie sich im Kreis der evangelischen Senioren in St.Tönis. Auch dort turnt sie, macht Gymnastik und gehört inzwischen auch dem Spielkreis an. Stolz berichtet sie, dass die evangelische Kirchengemeinde in St. Tönis "sehr viel für Senioren tut." Sie war im Westpreußenverein und ist neuen Dingen gegenüber sehr aufgeschlossen. Zu keiner Sekunde merkt man, dass sie bereits 90 Jahre alt wird. Mit ihrer Tochter spielt sie Karten und seit 29 Jahren fühlt sie sich sehr wohl in St. Tönis. Ihre Tochter berichtet, dass, wenn sie mit ihrer Mutter in St. Tönis unterwegs ist, ihre Mutter in der Stadt von ganz vielen Menschen immer wieder angesprochen wird. Am heutigen Mittwoch gibt es einen kleinen Empfang in ihrer Wohnung und am Samstag wird der runde Geburtstag im Kreise der Großfamilie im Hause der Tochter in Krefeld-Traar gefeiert werden.

Quelle: RP
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