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Viersen
100 neue Bücher — Lesen mit dem Hörstift

Viersen. Die Kinderbuchautorin Annette Neubauer stellte in der Dülkener Bibliothek gestern ihr interaktives Ägyptenbuch vor. Insgesamt 100 entsprechende Bücher können ab sofort ausgeliehen werden Von Bianca Treffer

Das Gepäck, mit dem Autorin Annette Neubauer in die Dülkener Familienbibliothek gereist ist, umfasst nicht nur ihr Ägypten-Buch für Kinder. In der zum Lesesaal mutierten Bibliothek liegt neben dem Buch ein, an eine Taschenlampe erinnernder Kunststoffgegenstand, bekannt als Tiptoi. Dazu sind Laptop und Leinwand aufgebaut. "Wer kennt das noch nicht?", möchte die Kinderbuchautorin wissen und hebt den Tiptoi in die Höhe. Nur einige wenige Kinderhände zeigen auf. Die meisten haben schon sowohl mit dem neuen audiodigitalen Lernsystem Tiptoi als auch Ting Bekanntschaft gemacht. "Ich habe zu Hause schon drei Bücher dafür", verkündet eine der jungen Zuhörerinnen voller Stolz.

Was sich hinter dem Hörstift verbirgt, das erfahren all die jungen Zuhörer im Alter zwischen sechs und neun Jahren, die sich zur Auftaktveranstaltung des neuen Lernsystems in Dülken eingefunden haben. "Das ist quasi unsere Premiere für diese neuen Medien", sagt Birgit Jandt-Olk, die Leiterin der Dülkener Zweigstelle. Die Albert-Vigoleis-Thelen-Stadtbibliothek hat insgesamt 100 Bücher angeschafft, die speziell auf die beiden Lernsysteme zugeschnitten sind. Dazu gibt es in jeder der Büchereien in Viersen, Dülken und Süchteln je ein Stiftepaar. Ob nun Ting oder Tiptoi, Kinder und Eltern können mit den entsprechenden Hörstiften die Möglichkeiten der dazugehörigen Bücher kennenlernen. Und die bieten jede Menge, wie schon die Kinder bei der Lesung erfahren. Das Buch spricht nämlich mit ihnen. "In dem Ägyptenbuch versteckt sich eine spannende Abenteuergeschichte. Juli und Ben gehen zusammen mit Professur Pfeffernuss auf Schatzsuche", berichtet Neubauer. Für eine Schatzsuche bracht man Hilfe und die naht in Form von Zuhörerin Jana, die als erstes als Gehilfin von Neubauer in den Einsatz gehen darf. Neubauer hat den Stift aktiviert und als die Sechsjährige mit der Spitze kurz das Bild von Jule im Buch berührt, erzählt Jule etwas von sich. Die Kinder erfahren, dass ihr Freund Ben heißt, Jule sich ganz viele Sachen merken kann und sie gerne lernt. Doch das ist nur der Anfang. Gemeinsam mit den Zuhörern entdeckt Neubauer das ganze Buch. Die Geschichte wird erzählt, das Buch macht Geräusche, es gibt Wissensinformationen zu Ägypten und es kann mitgerätselt werden. Mit Hilfe des Stiftes wird das Buch zum multimedialen Erlebnis. Über Sensoren werden Codes auf den Seiten eingelesen. Tippt man so mit dem Hörstift auf die Zeichnungen, kommen die Audiodaten zum Vorschein.

Je nachdem, was gewählt wurde, hören die Kinder die Geschichte, erfahren Wissenswertes und können ihr eigenes Wissen unter Beweis stellen. "Es ist einfach super für den Sprachgebrauch an sich und das Lesen lernen", sagt Bibliothek-Mitarbeiterin Kathrin Schelkes. Die Palette reicht vom Mathebuch über Deutsch lernen bis hin zu den ersten Vokabeln in Englisch und Französisch. Die Natur kann mit den Hörstiften ebenso entdeckt werden wie die Phantasiewelt von Star Wars. "Mit dem Hörstift entsteht ein ganz neuer Anreiz zum Lesen. Zumal sich Bücher für diejenigen öffnen, die noch nicht lesen können oder noch Probleme beim Lesen haben", sagt Jandt-Olk.

Um die Bücher nutzen zu können, ist ein Ting- bzw. ein Tiptoi-Hörstift von Nöten. Die Kosten für die Stifte liegen in der Regel zwischen 30 und 40 Euro. Zum Ausprobieren innerhalb der Stadtbibliothek stellen die Bibliotheken in Viersen, Dülken und Süchteln die Hörstifte zur Verfügung. Die Bücher und Stifte konnten mit Hilfe der Sparkassenstiftung angeschafft werden.

Die neuen Bücher für die Hörstifte Ting und Tiptoi können ab sofort in der Albert-Vigoleis-Thelen-Stadtbibliothek ausgeliehen werden.

Quelle: RP
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