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Niederkrüchten
2500 Flüchtlinge kommen nach Elmpt

Niederkrüchten: 2500 Flüchtlinge kommen nach Elmpt
FOTO: franz-heinrich busch
Niederkrüchten. Die Menschen sollen ab Dezember auf dem Gelände der Javelin Barracks untergebracht werden. Zunächst handelt es sich um eine provisorische Unterkunft, parallel soll eine Erstaufnahmeeinrichtung für fünf Jahre vorbereitet werden. Von Heike Ahlen

In den Javelin Barracks in Elmpt werden bis zu 2500 Flüchtlinge untergebracht, wenn die Briten das Gelände übergeben haben. Bürgermeister Herbert Winzen unterrichtete den Ältestenrat am Mittwochabend über aktuelle Pläne des Landes. Ursprünglich war das ehemalige Flughafengelände bereits im Gespräch, um dort bis zu 1000 Flüchtlinge unterzubringen. Da aber die Kapazitäten der regulären Erstaufnahmezentren erschöpft sind, geht das Land nun andere Wege. In Elmpt soll zeitlich begrenzt eine Art "Notaufnahmestelle" errichtet werden, parallel dazu will man allerdings ein Erstaufnahmezentrum für 1000 Menschen schaffen.

Seit Monaten wird darüber diskutiert, dass das Militärgelände in Elmpt Flüchtlinge aufnehmen soll. Die britischen Fernmelder sind derzeit dabei, abzuziehen und die auf dem Gelände befindlichen Wohnungen zu räumen. Bis Mitte September, so rechnet man, werden sie Deutschland verlassen haben. In der Gemeinde hielt sich die Zustimmung für eine Erstaufnahmeeinrichtung in engen Grenzen. Teilweise gab es empörte Reaktionen, weil die Gemeinde im Rahmen der Konversion das lange vom Militär blockierte Areal unter anderem als Gewerbefläche entwickeln und besiedeln will. Die Furcht ging um, dass mit der Unterbringung von Flüchtlingen in unmittelbarer Nähe zum Kerngebiet für Gewerbe die Entwicklung verzögert, wenn nicht gar verhindert werden könnte.

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Gerade in den letzten Tagen, als zuerst Viersen und dann auch Nettetal jeweils 150 Flüchtlinge in der sogenannten vorgelagerten Erstaufnahme aufnehmen mussten, wurde in Elmpt wieder spekuliert: Womit muss der Ort rechnen? Denn dass es angesichts der stetig steigenden Flüchtlingszahlen für das Land nicht möglich sein würde, auf eine Unterbringung in Elmpt zu verzichten, war fast jedem klar. Jetzt liegen Zahlen auf dem Tisch. Auf Nachfrage bestätigt Bürgermeister Herbert Winzen die Pläne des Landes. Demnach sollen nach der Schlüsselübergabe durch die Briten am 11. Dezember bis Juni 2016 in einer Art provisorischen "Notaufnahme" bis zu 2500 Flüchtlinge untergebracht werden. Parallel soll eine "richtige" Erstaufnahmeeinrichtung für etwa 1000 Menschen vorbereitet werden. Ab Juni werden dann für einen vertraglich festgeschriebenen Zeitraum von fünf Jahren die Flüchtlinge dort sein.

Noch seien viele Detailfragen offen, sagt Winzen, die bis zur Ratssitzung am 8. September zu klären seien. In derselben Woche möchte er eine Bürgerversammlung mit einem hochrangigen Vertreter des Regierungspräsidiums abhalten.

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Die Planungen für das Gewerbegebiet laufen derweil weiter. Die Hoffnung der Gemeinde, den gültigen Regionalplan ändern zu können, erfüllte sich nicht. Ziel war es, möglichst Voraussetzungen für einen Bebauungsplan zu schaffen. Erst im neuen Regionalplan, der etwa 2017 oder 2018 gültig sein soll, werden die Pläne berücksichtigt sein.

Quelle: RP
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