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Viersen
35 Jugendliche machen den Garten zur Idylle

Viersen: 35 Jugendliche machen den Garten zur Idylle
Auffällig fiel die Gestaltung der Wege aus. Außerdem haben die 35 Jugendliche Wege gesäubert und Blumen gesetzt. Nun soll die Fläche noch mit Kunstwerken ergänzt werden. FOTO: busch
Viersen. Eine 300 Quadratmeter große Fläche an der Lange Straße 48 in Dülken wird neu gestaltet. Sie soll zum "Kunstgarten" werden Von Ingrid Flocken

Als Dorothea Doerfel zu Ostern das erste Mal in den Garten der Kunstgalerie 48/11 am Haus Lange Straße 48 kam, war sie entsetzt. In dem rund 300 Quadratmeter großen Garten gab es unter großen Bäumen nichts als Unkraut. "Das wäre etwas für meine Jugendlichen", dachte sich die Regionalleiterin Nord des Kolping-Bildungswerkes. Sie betreut seit einem Jahr an der Tilburger Straße in Dülken jeweils rund 35 Jugendliche. Sie sollen "an Arbeit herangeführt werden und müssen lernen, dass Arbeit Spaß machen kann".

Das wäre die ideale Lösung für das Grundstück, das sich im Besitz der Stadt Viersen befindet. Doerfel setzte ihr Vorhaben Schritt für Schritt um: Zusammen mit Jürgen Tüffers, dem Leiter für Garten- und Landschaftsbau des Kolping-Bildungswerkes, fragte sie die jungen Leute, ob sie Spaß an der Umgestaltung der Gartenfläche hätten.

Und das hatten sie. Sie wollten mit anpacken. Mit viel Geschick und Fantasie rodeten sie die Stauden, säuberten die Wege, pflanzten viele neue Blumen wie blaue Hasenglöckchen - und freuen sich schon auf die leckeren Birnen, die an einem schief gewachsenen Baum reifen. "Besonders schön war der in Blüte, als wir das erste Mal hier waren", erzählt Dorothea Doerfel. Ein auffällige Arbeit stellt das neu angelegte Mosaik dar.

Doch der Garten der Kunstgalerie soll nicht nur als Idylle zum Ausruhen dienen: Er soll, so die Künstlergruppe im Konzept 48/11, ein Kunstgarten werden. Die hässlichen Wände werden mit Graffiti versehen und mit Bildern verhangen. Zwischen Lava-Steinen und Blumen werden Statuen aufgestellt. "Wir möchten die Menschen hier zu Events einladen", so lauten die Wünsche von Andrea Vogt und Renate Ulber. Am "Tag der offenen Gartenpforte" soll künftig auch ihr Garten für alle offen stehen.

So erfüllt der neu gestaltete Garten gleich unterschiedliche Funktionen: Er dient dazu, den jungen Menschen, die teilweise mit zahlreichen Hemmungen und ohne Motivation die Schule verlassen haben, als Projekt, das ihnen eine Richtung aufweist. Sie arbeiteten zuvor in der Holzwerkstatt der Produktionsschule Niederrhein des Kolping-Bildungswerkes, jetzt haben sie auch Freude am Gartenbau.

Der zweite Zweck ist die Wiederherstellung einer städtischen Grünfläche - von grünem Dschungel zu einem Wohlfühl- und Nutzgarten. Und dritter Zweck ist die Belebung der Kunstszene in Dülken mit einem "Kunstgarten".

Quelle: RP
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