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Kreis Viersen
40-Millionen-Deal für schnelles Internet

Kreis Viersen: 40-Millionen-Deal für schnelles Internet
FOTO: Kreis Viersen
Kreis Viersen. Der Kreis Viersen will den flächendeckenden Breitbandausbau weiter vorantreiben. Rund sieben Prozent der Haushalte bleiben nach den Ausbauplänen von Telekom & Co. ohne schnelles Internet. Diese Lücke will der Kreis bald schließen Von Martin Röse

Auch wenn die Telekommunikationsfirmen Telekom, Unitymedia und Deutsche Glasfaser in den kommenden 36 Monaten ihre Ausbauaktivitäten fortsetzen, wird es Haushalte ohne Breitbandanschluss geben. Darunter verstehen Experten, dass die Internetleitung weniger als 30 MBit pro Sekunde beim Herunterladen von Dateien oder beispielsweise Fernsehserien schafft. Dies trifft nach einer jetzt vorgestellten Erhebung des Kreises Viersen auf rund sieben Prozent der Haushalte im Kreis Viersen zu. Für die Unternehmen lohnt der Ausbau nicht - die Kosten stehen in keiner Relation zu den zu erwartenden Einnahmen.

Diese weißen Flecken auf der Internetlandkarte will der Kreis aber dennoch in den kommenden Jahren schließen. "Nach erfolgreich abgeschlossenem Markt- und Interessenbekundungsverfahren will der Kreis Viersen den flächendeckenden Breitbandausbau im Kreisgebiet weiter vorantreiben", kündigt Landrat Andreas Coenen (CDU) an.

Die beiden Verfahren wurden in Kooperation mit den neun kreisangehörigen Kommunen und mit Unterstützung des Beratungsbüros Eifel-Net durchgeführt", erklärt der Breitbandkoordinator des Kreises, Sebastian Cüsters. "Auf Basis der nun vorliegenden Datengrundlage sind sowohl die unterversorgten Adressen im Kreisgebiet als auch die konkreten eigenwirtschaftlichen Ausbauaktivitäten der Telekommunikationsunternehmen bekannt", erläutert Christian Böker vom Amt für Technischen Umweltschutz und Kreisstraßen, in dem die Breitbandkoordination angesiedelt ist. "Für diese Adressen ist ein Ausbau ohne eine finanzielle Unterstützung in den nächsten Jahren nicht zu erwarten", sagt der Technische Dezernent Andreas Budde.

Für einen flächendeckenden Ausbau der unterversorgten Gebiete müssen nach einer unabhängigen Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsanalyse der Firma Eifel-Net voraussichtlich rund 40 Millionen Euro investiert werden. Bei einer kreisweiten Beteiligung an einem Förderprogramm zum Breitbandausbau würden im Regelfall 90 Prozent der erforderlichen Kosten von Bund und Land getragen. Kommunen wie Stadt Viersen, die sich in der Haushaltssicherung befinden, werden zu 100 Prozent gefördert.

Insgesamt, so rechnet der Kreis Viersen, ergebe sich ein kommunaler Eigenanteil von rund drei Millionen Euro. "Es ist davon auszugehen, dass das neue Bundesförderprogramm im Frühjahr 2018 vorgestellt wird und der Kreis Viersen aufgrund der durchgeführten Analysen einen Förderantrag stellen kann", sagt Cüsters. Andreas Budde kündigt an: "Wir wollen mit Hilfe der Fördermittel eine flächendeckende Breitbandversorgung im Kreisgebiet herstellen und die Kommunen in diesem Bestreben unterstützen."

Aus diesem Grund würden die erforderlichen Gelder in Höhe von 40 Millionen Euro im Haushaltsentwurf 2018 des Kreises veranschlagt, so Budde.

Dem Landrat liegt der flächendeckende Breitbandausbau in Kooperation mit den neun Kommunen am Herzen: "Insbesondere für die wirtschaftliche Entwicklung und den Erfolg unserer Region ist eine gute Breitbandinfrastruktur unabdingbar", sagt er. "Die Digitalisierung der Gesellschaft, der Industrie aber vor allen Dingen auch im Bildungssektor schreitet mit großen Schritten voran und setzt eine leistungsfähige Infrastruktur voraus." Daneben schauen auch immer mehr Menschen, die umziehen wollen, wie schnell die Internetverbindung an ihrem neuen Wohnort sein wird und ob sie in der Lage sein werden, Videos von Netflix, Amazon Prime Video oder Maxdome zu streamen. Längst ist der Breitbandanschluss ein wichtiger Standortfaktor.

Die detaillierten Ergebnisse des Markt- und Interessenbekundungsverfahren werden in den nächsten Wochen nach und nach in den einzelnen politischen Gremien der kreisangehörigen Kommunen vorgestellt. In den kommenden Wochen sollen die Details des Förderantrags sowie die Festlegung der Ausbaubereiche in Absprache mit den einzelnen Kommunen für jedes Gemeindegebiet festgelegt werden.

Quelle: RP
 
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