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Viersen
50 Nettetaler feiern 50 Jahre Partnerschaft

Viersen. In Caudebec erwarteten die Besucher ein umfangreiches Programm und herzliche Gastfamilien Von Manfred Meis

Laura (17) und Anna (14) haben übers Wochenende drei neue Geschwister bekommen: die etwas jüngeren Töchter von Bertrand und Jeanne Metivier, die sie jetzt erstmals mit ihren Eltern Manfred und Renate Jansen in der Partnerstadt Caudebec besuchten. Die Sprache war für beide kein Hindernis, denn sie lernen Französisch am Werner-Jaeger-Gymnasium. 2016 konnten sie ihr Französisch bereits testen, als die kleine Constance mit Papa und Bürgermeister Bastien Coriton und Mama Virgine zu Gast war. "Es war so, als würden wir uns schon Jahre kennen", sagt Renate Jansen. Deshalb hofft sie auf einen baldigen Gegenbesuch ihrer Gastgeber.

Der Austausch, der auf Jugendebene begann sowie 1967 in Lobberich und Caudevec offiziell mit Urkunden besiegelt wurde, soll verstärkt werden. Das steht in einer "Erklärung der Freundschaft". Die Bürger der Partnerstädte werden darin ermutigt, den anderen immer wieder mit "Respekt, Neugier und Bewunderung" zu begegnen. Für Nettetal unterschrieben Bürgermeister Christian Wagner (CDU), Renate Dyck als Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Partnerschaften (SPD) sowie der Komiteevorsitzende Michel Patrice.

Für die Feierstunde hatten die Caudebecais das Cinema Le Paris gewählt, in dem vor 50 Jahren die erste Partnerschaftsurkunde unterzeichnet wurde. Ein Film erinnerte an den Besuch der 70-köpfigen Delegation aus Lobberich. Die Wegbereiter der Partnerschaft waren zu sehen: Maire Maurice Collet und Dechant André Lefay, Dechant Peter Werth und Vizebürgermeister Hermann Weber. An die beiden Franzosen hat Willi Caelers (71), damals Französisch-Student, noch gute Erinnerungen. Caelers begleitete 1968 eine Jugendgruppe nach Caudebec als Übersetzer und wurde dafür "kulinarisch reichlich belohnt". Er traf jetzt wieder seinen Freund Bruno Thiberge. Dieser hatte angeregt, dass die jugendlichen Franzosen beim Schuttausräumen in der Alten Kirche mit anpacken könnten - was sie auch kräftig taten.

Ein Zeichen der Internationalität: Bei der Feierstunde hielt Caudebecs Maire Coriton seine Rede in Deutsch, Christian Wagner in Englisch und Henry Dawe, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees von Uppingham, in Französisch. Während der Brexit nur selten Thema in privaten Gesprächen war, wurde mit einer Schweigeminute der Opfer des Terroranschlags in England gedacht: "We are Manchester" stand am Eingang des Tour d'Harfleur.

Wie "Gott in Frankreich" haben sich Guido und Anita Schrömges mit ihren Kindern Jan und Benedikt bei ihren Gastgebern Olivier und Sandrine Hauguel gefühlt. "Ganz fantastisch, der Blick auf die Seine, sehr nette Gastgeber", schwärmt Anita Schrömges. Ihre Kinder hätten direkt einen guten Kontakt zu Timéo gehabt und alle hätten zusammen gespielt. Olivier Haugel setzt als Gastgeber eine Tradition seiner Eltern fort.

Alle Gäste aus Nettetal haben neben Caudebec auch vieles in der Region gesehen wie die Felsenküste in Etretat, das Benediktinerkloster in Fécamp oder den malerischen Hafen in Honfleur. Unvergesslich bleibt der Aperitif im Garten von Manoir de Retival hoch über der Seine bei Sonnenschein.

Nach dem Gruppenfoto wurde Hans Stoll, der Präsident des Caubecer Partnerschaftskomitees, vielfach umarmt: Er hatte alles hervorragend organisiert. Seine Frau Chantal leitete bereits im Jahr 1966 eine französische Jugendgruppe bei ihrem Besuch in Lobberich. "Oh, das bin ich", rief Alain Legrix aus, als ihm Karl-Heinz Klaus das Bild in der Ausgabe der Rheinischen Post vom 25. Mai zeigte. Seit mittlerweile 33 Jahren kennen sich beide als Feuerwehrleute.

Quelle: RP
 
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