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Getötetes Kind in Viersen
500 Menschen bei Trauermarsch für Luca

500 Menschen bei Trauermarsch für Luca
500 Menschen bei Trauermarsch für Luca FOTO: Busch, Franz-Heinrich sen. (bsen
Viersen. Am Alten Markt haben zahlreiche Menschen um den gewaltsam getöteten fünfjährigen Luca aus Dülken getrauert. Mitveranstalter Frank Farmer appellierte, dass die Menschen künftig mehr aufeinander achten sollten. Von Jiota Kallianteris und Daniela Buschkamp

Am Sonntag kamen rund 500 Menschen auf den Alten Markt. Sie gedachten des vor zwei Wochen getöteten Luca aus Dülken. Tatverdächtig ist der Stiefvater (26). Er soll den Fünf-Jährigen derart misshandelt  haben, dass er an den Folgen der Verletzungen starb. Der Mann befindet sich in Untersuchungshaft und schweigt zu den Vorwürfen. Lucas Mutter (24) wurde freigelassen, doch die Polizei ermittelt weiter gegen sie.

Als Zeichen gegen Gewalt und für Menschlichkeit organisierten die Dülkenerinnen Mary Cillufo-Bär, Gabi Bradtke-Bär und Beatrix Holthausen mit Frank Farmer den Gedenkgang. Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) begrüßte dies: "Bei aller Trauer und Bestürzung über das schreckliche Ereignis macht es Hoffnung zu sehen, wie die Menschen zusammenstehen für eine bessere Zukunft."

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Mit Verspätung begann der Gedenkmarsch. Viele Teilnehmer trugen Lichter und Kerzen in den Händen. Ihr Weg führte sie auch am Haus des getöteten Kindes vorbei. Dort durften keine Kerzen aufgestellt werden; dafür sorgten Mitarbeiter des Ordnungsamtes. Neben 25 Kräften einer Security-Firma war die Polizei präsent. Wie stark, wollte Polizei-Sprecherin Antje Heymanns nicht sagen. "Es war alles ruhig. Es gab keinerlei Ausschreitungen", erklärte Heymanns.

Danach versammelten sich die Menschen vor der St.-Cornelius-Kirche, wo ein Pavillon aufgebaut war. Mitorganisator Frank Farmer dankte allen für ihr Kommen und dafür, dass sie ein Zeichen für die Menschenwürde gesetzt hätten. "Luca soll nicht umsonst gestorben sein. Die Menschen sollten in Zukunft mehr aufeinander acht geben", sagte Farmer.

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Pastor Stephan Sander ließ Postkarten mit dem Bild der Plastik eines verloren wirkenden Kindes verteilen - für ihn der Ausschnitt eines Gesamtbildes. Auf einer zweiten Postkarte wäre zu sehen, dass das Kind sich in einer großen Hand befinde, ein Symbol der Geborgenheit und des Schutzes. Die Frage nach dem "Warum" könne auch er nicht beantworten, jedoch Hoffnung zusprechen: "Wir können nicht tiefer fallen, als in die Hand Gottes und ich wünsche mir, dass Luca nun diese Geborgenheit und den Schutz erfährt", sagte Sander. - "Wir können nicht so tun, als ob uns das nichts anginge", sagte Pfarrer Jan Nienkerke. Wir wollen ein Zeichen setzen gegen Gewalt und Tod. Wir zünden Kerzen an, zum Gedenken an Luca, zum Gedenken an alle Menschen, die gewaltsam und sinnlos ums Leben kamen." Nach einem gemeinsamen "Vater unser" blieben viele Kerzen rund um den Brunnen zurück. Zum Gedenken an Luca.

Quelle: RP
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