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Niederkrüchten
7000 Kilometer weit weg

Niederkrüchten: 7000 Kilometer weit weg
Pia Ebbers ist seit elf Jahren Messdienerin in Niederkrüchten, am 17. August geht es "ganz weit weg". Hier zeigt sie die Flagge von Tansania. FOTO: RPO
Niederkrüchten. Pia Ebbers ist dann mal weg: Im August fliegt sie nach Sansibar. Dort wird die 19-jährige ein Jahr lang als "Missionarin auf Zeit" jungen Menschen Sprachunterricht geben und sich persönlich weiterentwickeln. Von Jochen Smets

Manchmal fängt Fernweh ganz früh an. Bei Pia Ebbers zum Beispiel. Die hat der staunenden Familie schon mit 13 verkündet, dass sie nach der Schule nach Afrika geht, erinnert sich Mutter Monica Ebbers schmunzelnd. Sechs Jahre später hat Pia ihr Abi in der Tasche – und macht ihre Ankündigung wahr. Am 17. August startet der Flieger Richtung Sansibar. Ein Jahr wird die 19-Jährige auf der zu Tansania gehörenden Insel vor der afrikanischen Ostküste verbringen.

Sie geht als "Missionarin auf Zeit". Dies ist ein Programm der katholischen Ordensgemeinschaften Spiritaner, Spiritanerinnen und der Schwestern vom kostbaren Blut. Pia Ebbers hat sich für das MaZ-Projekt beworben und ist angenommen worden. Sie wird in das Dorf Machui auf Sansibar entsandt. Dort wird sie im Machui Community College arbeiten, das die Missionsschwestern des kostbaren Blutes unterstützen. Ihre Aufgabe ist es, junge Menschen, die das College besuchen, in Deutsch und vor allem in Englisch zu unterrichten. Den Jugendlichen, die meist aus ärmlichen Verhältnissen kommen, eröffnet dieser Unterricht eine Berufs- und Lebensperspektive, zum Beispiel in der Tourismusbranche des Landes. Neue Perspektiven erhofft sich auch Pia Ebbers, die nach ihrer Rückkehr Medizin studieren möchte, von ihrem MaZ-Jahr. "Ich glaube, dass ich viel persönlich mitnehmen kann. Anderen Menschen helfen, die andere Seite kennenlernen – das wird eine spannende Erfahrung." Dass Arbeitgeber es heutzutage gern sehen, wenn der Lebenslauf nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch soziales Engagement ausweist, ist da nur ein Nebenaspekt. Ihren Aufenthalt auf Sansibar kann sie sich als Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) anerkennen lassen. Als Missionarin auf Zeit kommt Pia Ebbers, die seit elf Jahren Messdienerin an der Pfarre St. Bartholomäus ist, nicht in erster Linie als Glaubens-Botschafterin nach Machui. "Mitleben, mitarbeiten, mitbeten" – das ist der Dreisatz des MaZ-Projektes: das einfache Leben mit den Menschen teilen, sich in sozialen Projekten engagieren, den Glauben vertiefen. Was sie erwartet, weiß Pia noch nicht – außer, dass auf Sansibar tropisches, schwül-heißes Klima herrscht. Zum ersten Mal wird sie völlig auf sich allein gestellt sein – elf Flugstunden oder 7000 Kilometer von zu Hause entfernt. Bisher war sie nie länger als vier Wochen weg. Jetzt ist es ein ganzes Jahr. Ein mulmiges Gefühl? "Familie und Freunde werde ich vermissen", sagt Pia. Doch für Zweifel ist kein Platz, dafür ist ihre Lebenseinstellung zu positiv: "Ich neige nicht zu Heimweh, eher zu Abenteuern."

Quelle: RP
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