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Viersen
Ärger um Geld für Sportvereine

Viersen: Ärger um Geld für Sportvereine
Michael Berghausen, Vorsitzender des 1. FC Viersen, hat bei der Verwaltung Widerspruch eingelegt. Die Viersener möchten den Aschenplatz hinter der Haupttribüne am Hohen Busch in einen Kunstrasenplatz umbauen lassen. FOTO: F.-H. Busch
Viersen. Der 1. FC Viersen hat Einspruch eingelegt: Der Verein lehnt die Verwendung der Sportpauschale im Stadion am Hohen Busch für eine Sanierung des Kunstrasenplatzes ab. Heute Abend wird im Sportausschuss darüber diskutiert Von David Beineke

Es könnte eng werden heute Abend im Camebridgeshire-Zimmer des "Forum". Denn bei der Sitzung des Sportausschusses will der 1. FC Viersen mit rund 80 Mitgliedern auftauchen, um seinem Anliegen Nachdruck zu verleihen. Der Traditionsverein ist nicht einverstanden mit den von der Stadtverwaltung im Sportausschuss Ende Dezember 2015 vorgestellten Plänen zur Modernisierung der Sportanlagen am Hohen Busch. Nicht nur das hat er der Verwaltung schriftlich mitgeteilt, sondern auch, dass er es für nicht rechtlich vertretbar hält, dem TSV Boisheim 148.000 Euro Landesgelder für den Umbau des Sportplatzes zur Verfügung zu stellen. Schließlich liege die Sportstätte in Nettetal und sei damit nicht Eigentum der Stadt Viersen.

Bei der Sportausschuss-Sitzung im Dezember und anschließend auch vom Rat war beschlossen worden, die vom Land zur Verfügung gestellte Sportpauschale (jährlich 200.000 Euro) von 2016 bis 2022 für die Modernisierung der Sportstätten im Stadtgarten (Dülkener FC), am Hohen Busch (1. FC Viersen, LG Viersen, SC Viersen-Rahser, TDVF Viersen) und in Boisheim (TSV Boisheim) zur Verfügung zu stellen - unter der Prämisse, dass sich die betroffenen Vereine mit 20 Prozent an den Kosten beteiligen. In den Monaten zuvor hatte die Verwaltung basierend auf den Anträgen der Vereine Ertüchtigungskonzepte für alle Anlagen entwickelt. Auch diese Konzepte waren im Dezember vorgestellt worden. Anschließend beauftragte der Rat die Verwaltung, mit den Vereinen in Gespräche über die Umsetzbarkeit einzusteigen.

Dieses Gespräch erfolgte im Falle des 1. FC Viersen und der LG Viersen am 4. April. "Ich hatte den Eindruck, dass wir da nur die bestehenden Pläne abnicken sollten, ohne unsere eigenen Vorstellungen einzubringen", sagt Michael Berghausen, der als Vorsitzender des 1. FC Viersen auch den schriftlichen Protest eingereicht hat.

Hauptstreitpunkt ist die von der Verwaltung vorgesehene Erneuerung des bestehenden Kunstrasenplatzes für 330.000 Euro. Der 1. FC favorisiert hingegen die Umwandlung des Aschenplatzes hinter der Haupttribüne in einen Kunstrasenplatz, um die nötigen Trainingskapazitäten für alle Senioren- und Jugendteams anbieten zu können. Die Umwandlung des Aschenplatzes lehnt die Verwaltung aber ab, weil wegen des angrenzenden Baumbestandes eine Beschattung entsteht und in der Folge Vermoosung droht.

"Wir haben uns bei Fachfirmen informiert. Bei entsprechender Pflege ist das kein Problem", sagt Berghausen. "Wir hatten uns zunächst damit abgefunden. Doch jetzt mussten wir einfach dazwischen grätschen, um zu verhindern, dass etwas beschlossen wird, was nicht sinnvoll ist und der Verein so nicht will." Dass der Vorstoß des 1. FC Viersen in Richtung TSV Boisheim in der Sportszene für viel Unmut gesorgt hat, hat Berghausen natürlich auch mitbekommen, doch das sei nötig gewesen, um zusätzlich auf die Schwächen im Gesamtkonzept hinzuweisen. Sollte der Sportausschuss heute Abend der Beschlussvorlage folgen, will sich der 1. FC verweigern, sprich: keinen Eigenanteil beisteuern.

In der Stadtverwaltung kommt der Widerspruch der Viersener nicht gut an. "Ich bin überrascht und habe auch kein Verständnis dafür. Durch meine Fachbereichsleitung habe ich erfahren, dass Konsens herrscht und paar Tage später war alles hinfällig", sagt Sportdezernent Paul Schrömbges. Er war gezwungen, im Fall TSV Boisheim die Rechtsabteilung der Verwaltung ein Gutachten anfertigen zu lassen, das ihm gestern im Verlauf des Tages auf den Tisch gelegt werden sollte. Außerdem sollte es am Abend noch ein Obleutegespräch geben, um einen Kompromiss zu finden.

Sollte der nicht gefunden werden, hat Schrömbges aber auch schon einen Plan: "Vorbehaltlich des Ergebnisses des Rechtsgutachtens werde ich im Sportausschuss vorschlagen, Boisheim und Dülken umzusetzen. Über den 1. FC Viersen muss dann eben noch mal neu verhandelt werden."

Quelle: RP
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