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Brüggen
Ahorn und Linde suchen einen Paten

Brüggen: Ahorn und Linde suchen einen Paten
Bei der Brachter Mühlenweihnacht am vergangenen Wochenende stellte René Bongartz die Planung für den Paten-Wald zwischen Gartenstraße und Alster Kirchweg vor. Paten können unter neun Baumarten wählen. FOTO: Busch
Brüggen. Im kommenden Jahr feiert Bracht die urkundliche Ersterwähnung vor 900 Jahren. Dazu soll ein Wald entstehen, in dem 900 Bäume gepflanzt werden. 290 Bäume haben schon einen Paten gefunden. Am beliebtesten ist die Walnuss. Von B. Ronge und B. Sroka

Zwischen dem Alster Kirchweg und der Gartenstraße in Bracht, westlich des Sportplatzes, soll ein Wald wachsen. Dort hat die Gemeinde Brüggen ein Grundstück von 9000 Quadratmetern zur Verfügung gestellt. 900 Bäume sollen dort im kommenden Jahr gepflanzt werden, wenn Bracht die urkundliche Ersterwähnung vor 900 Jahren feiert. Für den Wald aus 900 Bäumen wählte Förster Oliver Dreger neun Baumarten aus: Von Bergahorn, Esskastanie, Vogelkirsche, Rotbuche, Schwarzerle, Stieleiche, Walnuss, Wildbirne und Winterlinde werden je 100 Stück gesetzt.

Für die Bäume werden 900 Paten gesucht, die sich auch künftig um "ihre" Bäume kümmern möchten. Finanziert wird der Wald durch diese Patenschaften: Jeder Pate erhält für zehn Euro einen dreijährigen Baum, der 1,50 bis 1,80 Meter hoch ist. Außerdem soll eine Tontafel mit dem Namen des Paten im Wurzelbereich des Baumes eingegraben werden. Die Tontafeln spendet die Firma Laumans. "Der Wald wird zum lebendigen Denkmal", erklärte Organisator René Bongartz den Mitgliedern des Brüggener Kulturausschusses, als er dort die Planung für den Wald vorstellte.

Die Paten übernehmen eine neun Quadratmeter große, dreieckig angelegte Parzelle. Dort wird der Baum gepflanzt, den übrigen Platz können Paten mit Waldblumen, Waldbeeren oder -kräutern auffüllen. Dafür geeignet sind beispielsweise Hagebutte, Holunder, Schlehe, Weißdorn, Walderdbeere, Leberblümchen, Hahnenfuß, Waldziest, Akelei, Bärlauch, Labkraut oder Stinkende Nieswurz. Bei der Auswahl der Pflanzen ist darauf zu achten, dass es sich um einen Wald handelt - nicht um einen Schrebergarten. Bohnen anzupflanzen ist also tabu. Die Schonungen werden eigentlich nicht gepflegt, man lässt die Bäume wachsen. Nur eine erste Mahd ist vorgesehen, im Sommer müssen die Paten vielleicht einmal ihre Bäume wässern.

Der Wald soll ein Ort der Ruhe werden, den man gut zu Fuß erreichen kann. Gleichzeitig dient er der Gemeinde als Ausgleichsfläche für bebaute Gebiete. Ein als Forstweg deklarierter Weg schräg durch den Wald soll zum Sportplatz führen. In der Mitte des Waldes ist eine größere Fläche geplant, auf der eine Möglichkeit zum Verweilen geschaffen werden soll. "Dort wird ein Findling aus einer Brachter Grube durch die Firma Lankes aufgestellt", kündigt Bongartz an. Außerdem soll der Wald um ein Insektenhotel ergänzt werden. Weil alle Bäume auch als Bienenweiden gelten, könnte zudem ein Bienenstock, in dem man den Tieren bei der Arbeit zusehen kann, aufgestellt werden.

290 Baumpatenschaften sind schon vergeben worden. Am beliebtesten ist die Walnuss: Von 100 Bäumen fanden 64 einen Paten. Den zweiten Platz teilen sich bislang Stieleiche und Esskastanie mit je 44 Exemplaren. Einzelpersonen wurden ebenso Paten wie Familien oder Paare. Eltern beschlossen, jedem Kind eine Baumpatenschaft zu schenken. Die Baumfreunde sind nicht alle aus Bracht, "aber sie haben alle eine Beziehung zu Bracht", sagt Bongartz. Er ist überzeugt: "Die Brachter werden ihren Wald liebhaben. Sie werden das Gefühl haben: Das ist unser Wald. Und da steht mein Baum."

Quelle: RP
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