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Niederkrüchten
Alt-Pfarrer sammelt für Namibia

Niederkrüchten: Alt-Pfarrer sammelt für Namibia
Drei Priester in Namibia: Friedhelm Grewe (l.) aus Simmerath, Franz Houben (M.) aus Haaren und Hans Thelen aus Niederkrüchten. Das bunte Gewand hat Pfarrer Thelen aufbewahrt. FOTO: biro
Niederkrüchten. Hans Thelen ist 82 Jahre alt, setzt sich aber noch immer für HIV-infizierte Kinder und Waisen im südlichen Afrika ein. Mit einem besonderen Gottesdienst am Sonntag in Niederkrüchten will er auf deren Not aufmerksam machen Von Birgitta Ronge

Als junger Mann wollte er gern Missionar werden. Sein Lebensweg verlief anders, doch die Begeisterung für ferne Länder und der Wunsch, Menschen zu helfen, ebbten nicht ab. Heute ist Hans Thelen 82 Jahre alt. Für Kinder in Namibia, die an HIV erkrankt sind oder deren Eltern an Aids starben, setzt sich Thelen auch weiterhin ein.

Um sie zu unterstützen, lädt er nun für Sonntag, 22. Oktober, zu einem besonderen Gottesdienst in die Niederkrüchtener Pfarrkirche St. Bartholomäus ein: Unter dem Titel "Signs of Hope" (Zeichen der Hoffnung) möchte der Gospelchor Joyful Voices aus Niederkrüchten unter Leitung von Volker Mertens ein Zeichen der Hoffnung setzen. Mit rhythmischen Melodien und Texten gestalten der Chor und Thelen gemeinsam den Gottesdienst. Beginn ist um 10.15 Uhr, um eine Spende wird gebeten.

Thelen stammt aus Tripsrath bei Geilenkirchen. Um Missionar zu werden, ging er nach Neuss aufs Abendgymnasium, arbeitete im Hafen. 1957 machte er das Abitur und besuchte erst die theologische Hochschule in Hünfeld bei Fulda, dann studierte er in Bonn Theologie. Nach dem Priesterseminar in Aachen wurde er 1965 zum Priester geweiht. Nach einigen Jahren als Kaplan wurde er 1974 als Pfarrer nach Niederkrüchten berufen. Dort wurde er heimisch - bis vor zwölf Jahren war er dort als Pfarrer tätig. Und für die Niederkrüchtener hat er heute noch, im Ruhestand, immer ein offenes Ohr.

Dass Thelen nun mit einem Gospel-Gottesdienst am Weltmissionssonntag um Spenden für Namibia bittet, wird viele Niederkrüchtener nicht verwundern. Jahrelang schickte die Pfarre mehr als tausend Pakete mit Kleidung dorthin. Andere werden sich an die Einweihung der Kirche in Ejamba, mitten in der namibischen Wüste, erinnern. 2004 reisten Pfarrangehörige aus Niederkrüchten dorthin, um sich beim Einweihungsfest auch die Kirche anzusehen, deren Bau sie unterstützt hatten.

Thelen hielt stets die Verbindung zu alten Studienfreunden, die als Missionare unterwegs waren. Einer von ihnen: der 2007 verstorbene Oblaten-Pater Franz Houben. Zu ihm hielt Thelen regelmäßigen Kontakt. Houben stammte aus Haaren, 1975 ging er nach Namibia, setzte sich dort für den Bau von Schulen, Kindergärten sowie Kirchen ein. Und für den Bau des Tonateni-Centre, ein Aids-Zentrum in der Stadt Oshakati. Dort werden unter anderem Kinder und Jugendliche mit einer warmen Mahlzeit versorgt und betreut. Zur Finanzierung des Zentrums trug auch die Pfarrgemeinde St. Bartholomäus bei - eine Dankestafel am Gebäude in Oshakati erinnert an das Engagement der Niederkrüchtener Bürger.

Houben war Generalvikar des Erzbischofs von Windhoek, Liborius Nashenda. Von ihm hat Thelen nun einen Brief erhalten, in dem der Erzbischof an die Hilfe erinnert, die stets aus Niederkrüchten kam, und erneut um Hilfe bittet. Für Thelen, der selbst mehrfach in Namibia war, um Studienfreunde zu besuchen, war klar, dass er helfen würde. "Ich habe die Not vor Ort gesehen", sagt der 82-Jährige. "Die versteckte Not und das Leben von Aids-Waisen und Kindern, die in primitiven Unterkünften leben, sollen durch eine finanzielle ,Spritze' an dem Tag gesehen und ein wenig gemildert werden."

Den Brief des Erzbischofs will Thelen im Gottesdienst am kommenden Sonntag vorlesen. Für ihn passt das Vorhaben, von Niederkrüchten aus erneut Hilfsprojekte in dem afrikanischen Land zu unterstützen, genau zum Motto des Weltmissionssonntags. Das lautet in diesem Jahr nämlich: "Du führst mich hinaus ins Weite" - Thelen zufolge geht es "in St. Bartholomäus hinaus nach Namibia".

Quelle: RP
 
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