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Brüggen
Am Burgwall fallen Bäume

Brüggen. Die Bäume auf dem Burgwall in Brüggen sind zu groß geworden. Viele sind beschädigt, etwa 20 müssen nun gefällt werden. Ein Konzept für den Burgwall soll am Donnerstagabend im Rathaus in Brüggen vorgestellt werden. Von Birgit Sroka

Mit einem lauten "Platsch" landet der gefällte Baum im Burgweiher. Das Geräusch dürfte Naturschützern einen kleinen Stich ins Herz versetzen. Doch die Fällung war notwendig, aus Sicherheitsgründen. Viele Bäume, die auf dem Burgwall stehen, sind alt und im Laufe der Zeit viel zu groß geworden für den kleinen Wall. Viele Bäume haben Schäden. Und durch fallende Äste oder gar umstürzende Bäume könnten Passanten verletzt werden. Das wurde im Sommer deutlich, als nach einem Sturm nachts eine komplette Baumkrone auf den Weg hinter dem Burgwall stürzte. Verletzt wurde zum Glück niemand, doch damit war klar: Mit den Bäumen muss etwas geschehen - bevor jemand verletzt wird.

Insgesamt müssten etwa 20 Bäume gefällt werden, teilte die Gemeindeverwaltung in Brüggen mit: "Am Montag wurden zunächst Bäume gefällt, die man fallen lassen konnte, ohne dass sie Schaden anrichten." Die Größe der Bäume mache es notwendig, dass bei den weiteren Fällungen ein Kran eingesetzt werde. So könnten die am Kranausleger befestigten Bäume gezielt und schonend aus dem Burgwallgelände entnommen und abgelegt werden. Betroffen von den Maßnahmen sind Eichen und Buchen. Bei etlichen der gefällten Bäume sind die Schäden gut zu erkennen.

Zunächst wird der Burgwall nach den Fällungen gehörige Lücken aufweisen. Ob neue Bäume oder Sträucher angepflanzt werden, wird sich entscheiden, wenn der Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Tourismus über ein Entwicklungskonzept für den Burgwall und das Burggelände gesprochen hat. Dieses Konzept stellt das Büro für Umwelt- und Landschaftsplanung Hermanns am Donnerstag, 5. November, in der öffentlichen Sitzung des Ausschusses im Brüggener Rathaus vor. Beginn ist um 19 Uhr. Die Vorschläge des Planungsbüros sollen anschließend in den Fraktionen beraten werden. Doch ganz kahl aussehen wird der Burgwall nicht, wenn die Bäume nun gefällt sind. "Vor rund 30 Jahren wurde eine Unterpflanzung mit Rotbuchen angelegt, die jetzt deutlicher sichtbar werden und unter verbesserten Lichtbedingungen im Wachstum zulegen", heißt es aus der Gemeindeverwaltung.

Der Burgwall soll insgesamt umgestaltet werden. Die Gemeinde würde gern die Kasematten, die noch für die Öffentlichkeit geschlossen sind, zugänglich machen. Gefördert werden könnte dies durch das Interreg-VA-Projekt "Kulturgeschichte digital". Wie es mit der Erschließung der Kasematten weitergeht, wird nach der baulichen Bewertung der Kasematten durch eine Fachfirma im Ausschuss beraten werden müssen. Insbesondere muss erst einmal ermittelt werden, ob schon Bauschäden vorliegen oder zu erwarten sind, ob Sicherungsmaßnahmen erforderlich sind und wie im Hinblick auf die Kasematten mit dem verbleibenden Baumbestand umzugehen ist. "Dies alles muss in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Bodendenkmalpflege erfolgen. Ziel ist nicht nur, die Kasematten dauerhaft zu erhalten sondern diese als Teil des touristischen Angebotes öffentlich zugänglich zu machen", heißt es aus der Gemeindeverwaltung: "Ein Festungsexperte ist mit einer Expertise zur Bedeutung und zur Geschichte beauftragt. Daraus könnten sich auch weitere Erkenntnisse und Empfehlungen für die künftige Gestaltung des Burgwalles ergeben."

Nach derzeitiger Einschätzung sei die Stabilität der Kasematten nicht gefährdet. Befürchtungen, dass der Burgwall insgesamt ins Rutschen gerät, bestünden derzeit nicht. Es müsse jedoch langfristig dafür gesorgt werden, dass die Bodenerosionen nicht fortschreiten.

Spaziergänger müssen sich noch etwas gedulden, bis der Weg entlang des Weihers wieder freigegeben wird. Eine Fachfirma wird eine neue Uferbefestigung anlegen, weil diese durch die Baumfällungen nun stark in Mitleidenschaft gezogen wird.

Quelle: RP
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