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Viersen
Angebaggert

Viersen: Angebaggert
Symbolischer Spatenstich für das 4,4-Millionen-Bauprojekt der VAB an der Oberrahser Straße mit Vorstand Albert Becker (l.), Bürgermeisterin Sabine Anemüller (2.v.l.) sowie Mitgliedern von Aufsichtsrat und Vorstand. FOTO: buschkamp
Viersen. Für rund 4,4 Millionen Euro errichtet der Viersener Bauverein 36 Sozialwohnungen. In einem Jahr sollen die ersten Mieter einziehen. Bis 2021 plant er insgesamt 300 neue Wohneinheiten Von Daniela Buschkamp

Der Baggerführer warf gestern Nachmittag schon mal probeweise den Motor an: Er funktionierte lautstark. Gute Voraussetzungen für die nächsten Erdarbeiten an der Oberrahser Straße. Dort, direkt hinter dem Discounter, realisiert die Viersener Aktienbaugesellschaft (VAB) auf einem städtischen Grundstück eine Anlage mit 36 Sozialwohnungen. "Innerhalb eines Jahres sollen diese bezugsfertig sein", kündigt Albert Becker, Vorstandsvorsitzender der VAB, beim Spatenstich an. Vorausgesetzt, der kommende Winter werde ähnlich mild wie der vergangene.

Rund 4,4 Millionen Euro investiert die Gesellschaft im Rahser. Dafür nutzt sie zu 75 Prozent Fördermittel des Bundes. Das kann die VAB, da diese Wohnungen zunächst für Flüchtlinge vorgesehen sind. "Die neue Wohnanlage soll in der Startphase Menschen, die vor Verfolgung, Gewalt und Krieg geflohen sind, ein neues Zuhause bieten", so Becker. Danach stehe sie für alle Interessenten mit Wohnberechtigungsschein zur Verfügung.

Erster Beigeordneter Paul Schrömbges erinnerte an eine Tradition im Rahser: Auch nach dem Zweiten Weltkrieg hätten viele Flüchtlinge dort ein neues Heim gefunden. Die Schaufel in der Hand weise nicht nur auf dieses aktuelle Bauprojekt hin, sondern auch auf weitere Bauvorhaben für neuen Wohnraum, die in Viersen unverzichtbar seien. VAB-Vorstand Becker bestätigt: "Die Nachfrage nach Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen ist groß."

Zu den aktuellen Flüchtlingszahlen in Viersen erläutertet Schrömbges: "Wir haben seit Februar keine weiteren Flüchtlinge aufgenommen." Das Bundesamt für Migration arbeite die eingegangenen Anträge ab. Einige Menschen würden, so Schrömbges, Viersen wieder verlassen, andere würden bleiben - und in zwei Jahren auch ihre Familien nachholen. Umso wichtiger sei es, diese neuen Bürger nicht an den Stadtrand abzugrenzen, sondern sie in die Zentren zu holen. "Das ist Integration", so der Beigeordnete. Er zeigte sich zufrieden, dass in Viersen Behelfsunterkünfte vermieden werden konnten.

Das Bauvorhaben war im Vorfeld nicht unumstritten: Anwohner hatten etwa die Zufahrt über die schmale Oberrahser Straße kritisiert; andere fürchteten den Werteverlust ihrer eigenen Immobilien. Die Kinder der Nachbarschaft können sich jedenfalls freuen: So will die VAB in den Spielplatz an der Oberrahser Straße investieren, der den Sparplänen der Haushaltssicherungskommune Viersen zum Opfer zu fallen drohte.

Quelle: RP
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