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Gnadenhochzeit
Anton und Hubertine Stoffers sind seit 70 Jahren verheiratet

Viersen. Brüggen Bundespräsident Joachim Gauck, die nordrhein-westfälische "Landesmutter" Hannelore Kraft (SPD): Beide ließen es sich nicht nehmen, den Eheleuten Anton (92) und Hubertine Stoffers (89) zum 70. Hochzeitstag ihre Glückwünsche auszurichten. Und auch Brüggens Bürgermeister Frank Gellen überbrachte den Eheleuten die besten Wünsche der Burggemeinde Brüggen zu einem äußerst seltenen Jubiläum - der Gnadenhochzeit. Von Paul Offermanns

Hubertine Kohlen lernte Anton Stoffers bei seinem Onkel und seiner Tante, Johann und Gertrud Lüstraten, im Gartenbaubetrieb im Kaldenkirchener Heidenend kennen. Hubertine Kohlen war dort, weil sie während der Wirren des Zweiten Weltkrieges ab dem 2. Mai 1941 dort für ein Jahr zwangsverpflichtet worden war - und sie arbeitete schließlich fünf Jahre dort. Hubertine Kohlen arbeitete mit Anton Stoffers zusammen, bis er 1942 freiwillig in den Krieg zog und ohne Kriegsgefangenschaft (er war in Frankreich und Dänemark stationiert) im Juni 1945 wieder heimkehrte.

Der Brachter und die Kaldenkirchenerin traten dann am 25. Mai 1946 in Breyell vor den Traualtar. Mit drei Kutschen fuhren sie zur Kirche: In einer saß das Brautpaar mit ihren Trauzeugen und in den beiden die Angehörigen aus Kaldenkirchen und Bracht. "Das kostete meinem Vater damals 300 Mark", erinnerte sich Anton Stoffers. Seine Braut trug vor dem Traualtar ein Krönchen im Haar und ein schickes blaues Spitzenkleid, beides war geliehen. Zu einem Hochzeitsfoto kam es aber nicht. "Wir wurden gefragt, ob wir Eier und Speck hätten, was wir verneinten. Somit gab's kein Erinnerungsfoto vom Fotografen in Breyell", erzählte Hubertine Stoffers.

Anton Stoffers arbeitete bis zur Rente in der Dachziegelei Laumans, wo er nach Großvater und Vater in dritter Generation beschäftigt war. 1954 zog die junge Familie, aus der drei Kinder hervorgingen, von Kaldenkirchen zum Brüggener Vennmühlenweg. Das Haus hatte der Vater von Anton Stoffers gebaut. Der war Werksmeister und blieb gegenüber in der Werkswohnung von Laumans wohnen.

Seit 1973 leben die Eheleute am Kranichweg 1 im eigenen Haus. Der Garten ist heute noch sein großes Hobby. Anton Stoffers, der nicht raucht und keinen Alkohol trinkt, spielte gerne Skat. Wenn er gewann, brachte er zur Freude seiner Kinder, einen Stapel Schokolade mit nach Hause. Die Eheleute genießen das gemeinsame Altwerden und leben in den Tag hinein. Anton Stoffers versäumt keine Fernsehnachrichten. Hubertine Stoffers klängert gerne. Sie freut sich, wenn ihre Familie sie so oft wie möglich besucht - und auch die drei Enkel und zwei Urenkel.

Quelle: RP
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