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Viersen
Antwerpes ist nun der Ehrenpräsident

Viersen: Antwerpes ist nun der Ehrenpräsident
Der neue Vorstand mit dem Ehrenpräsidenten Heinz-Jürgen Antwerpes (vorne rechts). Die Vorsitzende Angelika Hermann (hinten links und ihr Stellvertreter Ralf Cremers sowie Schatzmeisterin Sabine Peppel. FOTO: Busch
Viersen. Nach 41 Jahren im Vorstand verzichtete der Dülkener aus gesundheitlichen Gründen darauf, weiterhin an der Spitze des "Freundeskreises der Rollstuhlfahrer" zu sein. Angelika Herrmann wurde zu seiner Nachfolgerin gewählt. Von Ingrid Flocken

Beim Freundeskreis für Rollstuhlfahrer Viersen ging am Wochenende eine Ära zu Ende: Nach 41 Jahren im Vorstand, davon 30 Jahre als Vorsitzender, trat Heinz-Jürgen Antwerpes bei der Generalversammlung des Vereins nicht mehr zur Wahl an. Der 75-Jährige, der seit seiner Kindheit den Rollstuhl braucht und trotzdem vieles aus eigener Kraft schaffte, was er sich vorgenommen hatte - Schulabschluss, Berufsausbildung und bis zur Pension bei der Stadt Dülken, dann Viersen tätig, zum Schluss als Amtsrat - musste einer schweren Erkrankung im vergangenen Jahr seinen Tribut zollen. Und da er mit seinen Händen nun auch nicht mehr schreiben kann, stellte er das Amt zur Verfügung: "Es kann mich nicht ewig geben", sagte er.

Seine Nachfolgerin wurde einstimmig von den Mitgliedern gewählt: Angelika Herrmann sitzt ebenfalls im Rollstuhl und ist doch immer und überall in der Öffentlichkeit präsent. Sie wird künftig unterstützt von Schriftführerin Julia Borkowsky. 2. Vorsitzender als Nachfolger der vor einiger Zeit verstorbenen Ulla Tenten wurde Ralf Cremers, Sabine Peppel bleibt Schatzmeisterin. In den Beirat wurden Peter Reintjes als Betreuer und Leiter der Begegnungsstätte und Anita Backhaus als Geschäftsführerin der Sportabteilung gewählt, ferner Walter Loos, Heinz-Willi Thielen, Doris van Hout und Marcel Borkowsky.

Ein letztes Mal legte Antwerpes den Geschäftsbericht für ein vergangenes Jahr vor. Er berichtete einmal mehr von den vielen Aktivitäten des Vereins, der zurzeit 100 Mitglieder zählt. Die Rollstuhlfahrer und ihre Freunde unternahmen zahlreiche Ausflüge, trieben Sport, besuchten gemeinsam Wettbewerbe und Feste. Dass gerade zum Besuch der Prinzenpaare nur wenige Mitglieder kamen, enttäuschte Antwerpes. Andererseits freute er sich, dass 32 Mitglieder zur Generalversammlung gekommen waren.

Zum Abschluss seiner Tätigkeit las er die Vereinsgeschichte vor, die am 9. November 1974 im Haus an der Kaiserstraße 12 begann. Nach dessen Abriss im Jahr 1989 wurde die Arbeit dann in der heutigen Begegnungsstätte an der Gladbacher Straße 60 mit ebenso viel Engagement fortgeführt. Antwerpes erwähnte auch die vielen Erfolge des Vereins in der Zusammenarbeit mit der Stadt und den Wohnungsbaugesellschaften hinsichtlich der Barrierefreiheit. "Wir müssen hier vieles in die Köpfe der Nichtbehinderten einhämmern", gab er seinen Nachfolgern an der Vereinsspitze mit auf den Weg. Auch die Probleme mit den Kosten für den Fahrdienst sprach er einmal mehr an. Seinen Konflikt mit dem Sozialamt des Kreises darüber mochte er nicht auf sich beruhen lassen.

Aus dem Kassenbericht von Sabine Peppel war ein kleines Minus zu entnehmen, aber weniger als in den Jahren zuvor: "Das heißt, wir haben relativ gut gewirtschaftet", berichtete sie. Neben den Beiträgen und vielen Spenden gab es im vergangenen Jahr erstmals 400 Euro als Einnahme vom Landgericht aus einem Bußgeldverfahren. Nach dem positiven Bescheid über die Kassen- und Vereinsgeschäfte von Kassenprüfer Dirk Backhaus wurde der Vorstand einstimmig entlastet.

Zum Tagesordnungspunkt Verschiedenes meldete sich Paul Küllertz zu Wort: "Als Dank für die jahrzehntelange Arbeit als Vorsitzender beantrage ich die Ehrenpräsidentschaft für Heinz-Jürgen Antwerpes." Dieser Antrag wurde unter großem Beifall von der Versammlung angenommen.

Quelle: RP
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