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Viersen
Anwohnerproteste gegen Klinik-Verkehr

Viersen: Anwohnerproteste gegen Klinik-Verkehr
Der Erweiterungssbau des Allgemeinen Krankenhauses (AKH) am Hoserkirchweg in Viersen. FOTO: BUSCH
Viersen. Die Verkehrssituation rund um das Allgemeine Krankenhaus sorgt für Unmut. FDP "wundert" sich über die Verwaltung. Von Joachim Niessen

Die derzeitige Verkehrssituation rund um das Allgemeine Krankenhaus (AKH) Viersen sorgt bei Anwohnern und Politik für Unmut. Ein zentraler Vorwurf: Beim Um- und Erweiterungsbau der Klinik seien mit Blick auf die Verkehrs- und Parkplatzsituation rund um den Hoserkirchweg die benachbarten Anwohner nicht einbezogen worden. "Über diese Vorgehensweise der Verwaltung und von manchen Politikern kann ich mich nur wundern", meint Anton Peters, verkehrspolitischer Sprecher der Viersener FDP. "Sie reden immer gerne von Bürgernähe, aber wenn es um eine konkrete Sache geht, wird gemauert." Die FDP hatte den Antrag gestellt, für das Umfeld des AKH kurzfristig ein Verkehrs- und Parkraumkonzept vorzulegen. Hintergrund sind die immer chaotischeren Verkehrsverhältnisse um das AKH, die regelmäßig zu groben Verletzungen der Straßenverkehrsordnung und zur Belästigung und Gefährdung der Anwohner führen.

In ihrer Vorlage für die jüngste Sitzung des Ordnungs- und Straßenverkehrsausschusses schlug die Verwaltung vor, diesen Antrag abzulehnen. Begründung: Es gebe bereits ein Konzept, und man wolle dessen Umsetzung nach Ende der Baumaßnahmen sicherstellen. Dem folgte die Mehrheit des Ausschusses.

Das lassen die Viersener Liberalen nicht gelten: "Wir haben in der Sitzung verlangt, dieses Konzept vorzulegen, aber dem wurde nicht entsprochen. Und was heißt ,Ende der Baumaßnahmen' bei einem Gelände, das sich seit 26 Jahren im Dauerumbau befindet? Ich meine: In der Sitzung des Ausschusses war seitens der CDU und der SPD viel von den Interessen des Krankenhauses die Rede und davon, dass Maßnahmen im Sinne der Verwaltung geordnet durchgeführt werden müssten. Aber von den Nöten der Anwohner und deren Interessen hat keiner geredet", so Peters, der zusicherte, dass die FDP am "am Ball" bleiben werde.

Sowohl CDU als auch SPD erkennen die Schwierigkeiten der Verkehrssituation rund um das AKH. "Das ist derzeit dort nicht unproblematisch", räumte Ratsherr Jörg Dickmanns (SPD) ein. "Doch während am AKH die Umbauarbeiten nicht abgeschlossen sind, macht die Erstellung eines Gutachtens keinen Sinn, sollte sich im Anschluss nichts ändern, müssten wir nachsteuern."

Noch weiter ging CDU-Ratsherr Fritz Meies: "Der Verwaltungsrat des AKH ist dabei, mit der Stadt ein Konzept für den Eingangsbereich des Krankenhauses zu erstellen. Außer dem Eingangsbereich muss aber auch am Parkplatz sowie der Bushaltestelle einiges gemacht werden." Ziel sei es, eine Lösung zu finden, mit der Anwohner und AKH leben könnten. In der nächsten Bauausschusssitzung des Krankenhauses werde mit der Verwaltung ein solches Konzept erarbeitet. "Ich verspreche, dass Vertreter der Anwohner an dieser AKH-Sitzung teilnehmen und ihre Interessen einbringen können", so Meies, der auch Mitglied des dortigen Verwaltungsrates ist. "Richtig ist, dass der Verkehr um das Krankenhaus steigt, wichtig ist, dass wir hier gemeinsam eine tragfähige Lösung für alle Seiten finden."

Deutliche Kritik zum Verfahren kommt von den Grünen. "Wenn man eine Baumaßnahme wie den Umbau des Krankenhauses plant, sollte man die Verkehrssituation bereits frühzeitig einbeziehen", sagt Ratsherr Norbert Dohmen.

Quelle: RP
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