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Kreis Viersen
AOK-Versicherte im Kreis sind häufig krank

Kreis Viersen. Der Krankenstand der AOK-Mitglieder im Kreis Viersen steigt im Vergleich zu anderen Regionen im Rheinland stetig an. Erfreulich: Die Zahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen ist gesunken Von Andreas Reiners

Es ist seit Jahren eine gleich lautende Botschaft, die die AOK-Verantwortlichen verkünden: Der Gesamt-Krankenstand der bei der gesetzlichen Kasse versicherungspflichtig Beschäftigten in den Unternehmen im Kreis Viersen ist im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Diese Nachricht hatten AOK-Regionaldirektor Heinz Frohn und der stellvertretende Leiter des Instituts für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) der AOK Rheinland-Hamburg, Gregor Mertens, auch gestern wieder bei der Vorstellung der Arbeitsunfähigkeitsdaten 2015 für den Kreis Viersen. Das BGF wertet traditionell die Daten zum Krankenstand der AOK-Mitglieder anhand der von Ärzten ausgestellten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen aus. Auch für das zurückliegende Jahr 2015 lautet die Feststellung: Der Gesamt-Krankenstand der AOK-Mitglieder ist erneut geringfügig angestiegen.

Eine Erklärung dafür, warum ausgerechnet der doch eher ländlich strukturierte Kreis Viersen seit Jahren eine so schlechte Bilanz beim Krankenstand aufweist, haben die AOK-Verantwortlichen indes nicht. Das lässt sich aus dem vorliegenden Datenmaterial auch nicht erkennen. Erkennen lassen sich aber Trends für einzelne Krankheitsarten. So ist erfreulich, dass im Vergleich zu 2014 sowohl die durchschnittliche Genesungszeit als auch die Fallzahlen bei den psychischen Erkrankungen geringfügig gesunken sind. Spitzenreiter bei den Krankheitsarten, unter denen be-rufstätige AOK- Mitglieder leiden, sind Erkrankungen der Atemwege vor solchen des Muskelapparates und des Skeletts sowie vor Verdauungsstörungen.

Der Krankenstand bis zu einer Dauer von sechs Wochen erhöhte sich bei versicherungspflichtig beschäftigten AOK-Mitgliedern von 3,94 Prozent im Jahr 2014 auf 4,13 Prozent im Jahr 2015. Das bedeutet: Arbeitgeber im Kreis Viersen mussten im vorigen Jahr geringfügig höhere Ausgaben für die Fortzahlung von Lohn oder Gehalt aufbringen als 2014. Auch die Zahl der Langzeitkranken unter den berufstätigen AOK-Versicherten stieg - und zwar von 1,91 Prozent in 2014 auf 1,96 Prozent in 2015. Diese Tendenz ist seit 2011 für den Kreis Viersen erkennbar. Mit zunehmendem Alter steigt der Langzeit-Krankenstand. Der Kreis Viersen nimmt beim Gesamt-Krankenstand rheinlandweit eine negative Spitzenposition ein.

Die jüngsten Zahlen sind für die AOK-Experten ein Beleg dafür, wie notwendig spezielle Programme zur betrieblichen Gesundheitsförderung in Unternehmen sind. "Viele Verantwortliche in den Betrieben wissen, dass sie künftig nur erfolgreich wirtschaften können, wenn sie motivierte, engagierte und vor allem gesunde Mitarbeiter beschäftigen", sagte gestern AOK-Regionalchef Frohn. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels werde betriebliches Gesundheitsmanagement immer wichtiger, ergänzte Experte Mertens.

Mit den Verantwortlichen der Industrie- und Handelskammer (IHK) sei man im Gespräch. Auch mit Landrat Andreas Coenen (CDU) werde man die Problematik besprechen, sagte Frohn. Er verwies auf die Unternehmen, mit denen die AOK bereits erfolgreich in Sachen Gesundheitsförderung zusammenarbeitet - etwa die Kempener Firmen Lackwerke Peters, Schönmackers oder Bauer Funken.

Quelle: RP
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