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Niederkrüchten
Atemberaubende Stunts mit dem Rad

Niederkrüchten: Atemberaubende Stunts mit dem Rad
Die Devise beim Dirtbiken lautet: "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen." Denn die Bahn muss jeden Tag mit Wasser, Harke und Schaufel bearbeitet werden, damit sie in Top-Zustand bleibt. So bereiteten die Jugendlichen nun in den vergangenen Tagen die Bahn an der Lehmkul für die Veranstaltung am Samstag vor. FOTO: Busch
Niederkrüchten. Dirtbiker fahren mit speziellen Fahrrädern über Rampen, Wellen und Steilkurven. Das sieht spektakulär aus und ist es auch. Wer zuschauen oder reinschnuppern möchte, sollte am Samstag zum "Bikejam" nach Elmpt kommen. Von Jochen Smets

Es ist ein Sport, bei dem Jugendliche glänzende Augen und Eltern Herzklabaster kriegen. Die Kombination aus Geschwindigkeit, Akrobatik und Adrenalin macht den Reiz aus. Wie faszinierend Dirtbiken ist, das können Neugierige am morgigen Samstag erleben: Ab 14 Uhr steigt auf der Dirtbikebahn an der Lehmkul ein Bikejam. Das ist eine Art Familientreffen der Dirtbiker-Szene, die in Elmpt 15 bis 20 junge Leute zwischen zehn und 20 Jahren umfasst. Erwartet werden auch befreundete Dirtbiker zum Beispiel aus Viersen oder Holland. Es gibt Musik, kalte Getränke, Pizza - und jede Menge krasse Tricks auf dem Dirtbike.

Willkommen sind nicht nur Asse, sondern ausdrücklich auch Anfänger, sagt Sebastian, mit 20 Jahren einer der Senioren der Elmpter Dirtbiker. "Wir hoffen, dass viele kommen, die wir noch nicht kennen", sagt Till. Voraussetzung, für alle Minderjährigen, die beim Bikejam mitmachen wollen, ist eine von einem Erziehungsberechtigten unterschriebene Einverständniserklärung, betont Streetworkerin Alexandra Jansen, die das Event gemeinsam mit den Jugendlichen vorbereitet hat. Eine solche Einverständniserklärung steht im Internet (www.mobile-jugendarbeit-nk.jimdo.com, Menüpunkt "Aktuelle Freizeitangebote) zum Download zur Verfügung.

Wer ein Dirtbike, ein BMX-Rad oder ein Mountainbike und dazu einen Helm besitzt, kann sich für den Anfang auf dem Pumptrack versuchen. Das ist ein Einsteigerparcours ohne Sprünge, der dabei hilft, ein Gefühl für den Sport zu bekommen. Die Versierteren wagen sich auf die beiden äußeren Lines, die mit vier Meter hohen Rampen und Steilkurven gespickt sind.

Was darauf so geht, führen Leon (13), Gerrit (15), Max (14), Lorenzo (13), Fynn (10) und Sebastian dem staunenden RP-Mitarbeiter vor. Hoch stehen die Dirtbikes nach dem Absprung in der Luft. Ein, zwei Sekunden dauert die Flugphase. Das reicht den jungen Fahrrad-Akrobaten, um allerhand Tricks zu zeigen. Da wird eine Hand vom Lenker und ein Fuß vom Pedal genommen, da wird das Rad im 90-Grad-Winkel gedreht, um bei der Landung wieder in Fahrtrichtung aufzukommen. "Whip" oder "One Foot Table Top" heißt so etwas in der Fachsprache. Das Arsenal der Tricks ist unbegrenzt.

"Man kann immer was Neues dazulernen", sagt Lorenzo. Max zeigt mal eben einen Sprung, bei dem er sich mit dem Dirtbike einmal um die eigene Achse dreht. "Das war ein Threesixty", erklärt Till. Sieht schwierig aus, gehört aber für versierte Dirtbiker zum Standard-Repertoire. Anspruchsvoller, weil viel Mut erfordernd, ist da schon der "Backflip" ein Rückwärtssalto. Ganz heftig ist zum Beispiel ein Trick mit dem vielversprechenden Namen "Suicide No Hand", doziert Till, "aber den kann nur mein Bruder".

Natürlich ist Dirtbiken nicht ungefährlich, aber: Für die, die ihr Rad einigermaßen beherrschen und mit entsprechender Schutzausrüstung unterwegs sind, ist das ein spektakulärer, aber kein halsbrecherischer Sport. Zum absolut unverzichtbaren Equipment gehört der Helm. Sehr ratsam sind Schienbein- und Knieschoner. Sinnvoll können auch Protektoren für Rücken, Brust, Handgelenke und Ellbogen sein.

Höhepunkt des Bikejams am Samstag ist übrigens der "Best-Trick-Contest", der um 17 Uhr startet. Bei diesem Wettbewerb werden die Biker ermittelt, die die spektakulärsten Tricks draufhaben. Da gibt es Action satt zu sehen - und vielleicht sogar einen "Suicide No Hand".

Quelle: RP
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