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Viersen
Auch in der Musik kann Liebe schön sein

Viersen. Wachsender Zuspruch für RP-Musikredakteur Wolfram Goertz: In der Viersener Festhalle fanden 500 Zuhörer Gefallen an seinem muskalischen Streifzug durch Liebe und Liebesleid Von Gert Holtmeyer

Wolfram Goertz und das Viersener Publikum mögen sich. Kamen im vergangenen Jahr 350 Interessenten zum Vortrag des Musikredakteurs der Rheinischen Post, so hörten jetzt beachtliche 500 Interessenten mit Vergnügen seinen Ausführungen zu. Von solchen Wachstumsraten können die meisten Wirtschaftsunternehmen nur träumen. Und Goertz kommt, wie er glaubhaft versicherte, besonders gern nach Viersen. Hier ist die Nachfrage groß, hier wird er verstanden, und: "Auf die Viersener Lacher ist Verlass".

Goertz, der nicht nur Musikwissenschaft und Kirchenmusik studierte, sondern auch zum Doktor der Medizin promovierte, hatte sich ein dankbares Thema ausgesucht. "So schön kann Liebe sein" überschrieb er seinen "Beitrag zum betreuten Hören". Dazu gibt es in allen Musiksparten ein reiches Angebot. Um die Palette nicht allzu breit werden zu lassen, ließ er die unzähligen Volkslieder zu dieser Thematik ebenso weg wie die einschmeichelnden Operettenweisen eines Johann Strauß, Lehár oder Kálmán. Man wird ja auch in Opern, Filmmusik und Schlagern, ja selbst in der Instrumentalmusik schnell fündig. Zwischen E- und U-Musik wird zu Recht nicht unterschieden: Amors Pfeile treffen schließlich die Vertreter aller Geschmacksrichtungen.

Wo sich Liebesglück einstellt, ist meist das Liebesleid nicht fern. Immerhin, so Wolfram Goertz, hat auch das Vorteile, denn: "Wo Schmerz ist, merkt man, dass man noch lebt."

Mit einer "Popschnulze" aus der Gattung Kuschelrock ging es los. Die hieß "Especially For You", stammt aus dem Jahre 1988 und spielt sich über einem gleichmäßigen Grundrhythmus ab. Pfiffiger war da schon Mozarts Beitrag aus der Zauberflöte. Papageno, "einer der wenigen Trottel der Musikgeschichte", liefert sich mit seiner angebeteten Papagena ein witziges "Duett für die Stotterpraxis".

Goertz, nie um eine witzige Formulierung verlegen, kann den großen Johann Sebastian Bach wohl kaum "als den großen Gewährsmann in Sachen Liebe" einstufen. Aber wie Bach in einer Sonate die Stimmen von Geige und Cembalo miteinander verschränkt, das symbolisiert eindringlich das Zueinanderfinden zweier Menschen.

Ob die brasilianische Sängerin Elis Regina, Richard Wagner, Verdi oder Puccini: Sie alle hatten, wie mit geistreichen Kommentaren nahegebracht, Beiträge zum nie erschöpften Thema Liebe beigesteuert. Für einige der eingespielten Musikbeispiele wünschte sich Goertz eine beachtlich starke Lautstärke. Darin waren allerdings nicht alle der sonst begeisterten Zuhörer seiner Meinung.

Mit den wachsenden Zuhörerzahlen wachsen auch die Einnahmen dieser Benefizveranstaltung für die Interdisziplinäre Ambulanz für Musikermedizin in Düsseldorf. Wolfram Goertz leitet und koordiniert sie seit fünf Jahren. Immerhin: Bis jetzt wurde - dank Spenden und Benefizeinnahmen - in der jährlichen Bilanz von Soll und Haben noch immer die schwarze Null geschafft.

Quelle: RP
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