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Viersen
Auf der Lesewiese geht es bunt zu

Viersen: Auf der Lesewiese geht es bunt zu
Sie waren beim Floh-Lesefitness-Training erfolgreich: Der Jubel bei den Erstklässlern der Körnerschule ist groß. FOTO: Busch
Viersen. Mit dem Floh-Lesefitness-Training fördert die Körnerschule die Lesekompetenz. Ein Angebot, das Schülern Spaß macht. Von Natascha Becker

Bei den 73 Erstklässlern der Viersener Körnerschule ist der Jubel groß. Das liegt an den Urkunden, die es gerade von den Klassenlehrerinnen gibt und die nun ein jeder voller Stolz in den Händen hält. Schwarz auf weiß ist dort zu lesen, dass man erfolgreich am Floh-Lesefitness-Training 2014/2015 teilgenommen hat. "Wir, die 1c, sind aber die beste Klasse", bemerkt Anna. Dabei deutet die Sechsjährige auf ein großes Lesewiesen-Klassenposter, das eine Wiese mit zwei lesenden Kindern zeigt. Auf dem Poster kleben jede Menge ausgemalte Blumen, Schmetterlinge, Bienen und Marienkäfer.

Ein Schmunzeln geht über das Gesicht von Klassenlehrerin Caroline Stadler. "Wir waren wirklich am fleißigsten, was das Lesen zuhause angeht. Vielleicht lag das auch daran, dass ich der Klasse bei 100 erreichten Aufklebern ein Eis ausgegeben habe", verrät sie lachend. Jede aufgeklebte Blume bzw. jedes Tier steht nämlich für fleißiges Lesen zuhause. Auf stolze 115 Aufkleber ist die 1c so gekommen und liegt damit an der Spitze. Immer, wenn die Erstklässler daheim Lesen über fünf oder zehn Minuten geübt haben, konnten die Eltern dies in einen sogenannten Lesezettel eintragen. Wurde eine Woche zuhause gelesen und der Lesezettel war voll, gab es eine Blume oder ein Tier zum Ausmalen, Ausschneiden und Aufkleben. "Ich habe meiner Mama immer abends vorgelesen. Das war toll. Früher hat sie mir vorgelesen, aber ich bin ja kein Baby mehr und kann nun selber lesen", berichtet Alexia (sieben Jahre) voller Stolz.

Seit mehreren Jahren beteiligt sich die Körnerschule am Leseförderprogramm Floh-Lesefitness-Training, bei dem auf spielerische Art und Weise die Leselust angeregt sowie Leseverständnis und -tempo trainiert werden. "Der Motivationsfaktor bei den Kindern ist groß. Wir als Lehrer können dabei genau sehen, wo steht unser Schüler derzeit und auch die Eltern erleben die Entwicklung mit", lobt Stadler das Angebot. Die Lesefitness sieht so pro Monat zwei Checks vor. Es ist einmal der Verständnis- und einmal der Tempo-Check, bei dem es, je nach Alter, darum geht in fünf Minuten Wörter Bildern zu zuordnen bzw. Sätze zu lesen und den mit der korrekten Aussage zu erkennen.

Die Tests dienen dabei nicht zum Leistungsvergleich untereinander, sondern sollen helfen, die ganz persönliche Entwicklung eines jeden Kindes aufzuzeigen. Eigens dafür hat jedes Kind ein Checkheft, in dem die Lehrerin die entsprechend erreichte Punktzahl einträgt. So können Schüler, Lehrerin und Eltern die persönlichen Lesefortschritte genau verfolgen. "Die Tests machen Spaß", bemerkt der siebenjährige Jaden. Dem kann sich der gleichaltrige Fatih nur anschließen, der genau wie Leonie richtig Spaß am Lesen bekommen hat. Während sich die Erstklässler indes über ihre Urkunden freuen, steht für die 3a noch ein letzter Test vor den Sommerferien an. Diesmal geht es um den Tempo-Check. Kaum hat Klassenlehrerin Bianca Heering den Test mit den Worten "Startklar machen. Viel Glück und los", gestartet, da beugen sich die Drittklässler über die ausgeteilten Übungshefte und legen los. Auf sieben Seiten geht es darum, aus je drei Sätzen den korrekten herauszulesen. Oft sind es dabei nur Kleinigkeiten, die schnell lesetechnisch erfasst werden müssen. Matteo hat so schon seine ersten Kreuzchen gemacht. Blitzschnell liest der Neunjährige und klammert Sätze wie "Molitoris war ein gelenkter Mann" und "Molitoris war ein gelegter Mann" aus, um den richtigen "Molitoris war ein gelehrter Mann" anzukreuzen.

"Wir haben letztlich an einer Vergleicharbeit teilgenommen und sehr gut abgeschnitten", belegt Heering den Erfolg des Trainings, an dem die 3a seit dem ersten Schuljahr teilnimmt. Es mache riesigen Spaß, sind sich Lea und Lena einig, deren Augen über die Sätze fliegen, um entsprechend zu markieren. Eins ist klar, im Lesen sind die Schüler der Körnerschule topfit.

Interessierte können sich per Mail (stiftung@floh.de) an die Stiftung Lernen der Schuljugendzeitschriften "floh!" und "Flohkiste" wenden. Internet: www.floh-lesefitness.de

Quelle: RP
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