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Viersen
Ausgewählte Arbeiten zum Jahreswechsel

Viersen. Die Galerie Klimczak in Süchteln zeigt Bilder und Objekte - unter anderem von Katharina Dietlinger und Maria Lehnen. Von Sigrid Blomen-Radermacher

Zum Jahreswechsel präsentiert Rainer Klimczak in seiner Galerie an der Oberstraße in Süchteln eine bunte Mischung unterschiedlichster Bilder und Objekte. Von dem aus Klimczaks Sicht unterschätzten Maler Ruven Levav, 1948 als Sohn rumänischer Juden in Tel Aviv geboren, erwarb er kürzlich drei Gemälde, die er nun erstmals zeigt: "Donkey", "Animals" und "Long Arm", so die Titel. Düster, geheimnisvoll und sehr erzählerisch sind die Bilder. Eine Aufforderung zum intensiven Hinsehen.

Zum Riechen aufgefordert wird der Betrachter dagegen von den Ölgemälden der 1983 geborenen Katharina Dietlinger, die - ähnlich wie Levav - bereits mit einer Einzelausstellung in der Galerie zu Gast war. Dietlingers "Markenzeichen" ist die unglaublich dick aufgetragene, fast skulptural anmutende Ölfarbe, die ihren skurrilen Schatten an die Wand wirft. Drei Gemälde gibt es auch von ihr zu sehen, allesamt strahlende Blumenbilder.

Ein selten gesehener Maler ist der Maler Fritz Köthe (1916-2005). Klimczak zeigt ein Ölbild und zwei Siebdrucke. Köthes Thema ist die gemalte Collage: Das, was der Zufall mit der Außenwerbung macht, malt Köthe ganz bewusst. Da überlagert auf ausgeklügelte Weise ein Gesicht das andere, bis nur Bruchstücke beider Personen zu erkennen sind.

Ottmar Hörl (geboren 1950) darf bei Klimczak natürlich nicht fehlen: Eine "Bloody Mary" steht auf Sockeln auf der ersten Etage (dort übrigens, wo die Vernissage-Gäste ihre Getränke zu sich nehmen): nichts echt, alles künstlich - wie auch sonst. Drei Gläser, die scheinbar mit Tomatensaft gefüllt sind, präsentieren sich neben einem Kunststoffkaktus. Auch Maria Lehnen gehört zu den Ausstellenden: Zwei kleine Figuren sind zu sehen, eine Bronze, ein Eisenguss. Die Bronze ist eine kleinere Version der großen Arbeit vor dem Mönchengladbacher Münster. Witzig die Arbeit von Jiri Hilmar. Sie trägt den Titel "Freitag der 13." und zeigt einen Kasten mit sieben Fächern. In sechs Fächern steht jeweils ein Stück Holz, in dem Fach für Freitag ist das Holz ausgerissen, aus der Reihe gesprungen und auf der oberen Fläche gelandet.

Eine zarte, wunderschöne Arbeit des saarländischen Künstlers Oskar Holweck (1924-2007) sollte nicht übersehen werden. Holweck, der der Zéro-Gruppe nahestand, erarbeitete filigrane Papierarbeiten. Ein Pergamentpapier überlagert ein festeres Blatt. Das Pergament ist sacht eingerissen, eine Zeichnung schimmert durch.

Die Ausstellung in der Galerie Klimczak, Oberstraße 2 in Süchteln, ist bis zum 20. Februar außer an den Feiertagen dienstags bis freitags von 12 bis 18 Uhr und samstags von 11 bis 14 Uhr sowie nach Vereinbarung unter Telefon 02162 77059 geöffnet.

Quelle: RP
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