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Niederkrüchten
Auskünfte über Berufe aus erster Hand

Niederkrüchten. Anne Simon und Lucy Koch stecken mitten in der Ausbildung. Zum "Tag der Berufe" in der Realschule kehrten sie an ihre alte Schule zurück, um Jugendliche über ihre neuen Alltag zu informieren. 13 Firmen stellten sich vor Von Heike Ahlen

Wer in Niederkrüchten Bürgermeister Kalle Wssong (parteilos) anruft, der landet in seinem Vorzimmer. Und meist meldet sich dort Anne Simon. Die junge Frau ist Auszubildende im dritten Lehrjahr. Zuvor hat sie die Realschule in Niederkrüchten besucht.

Beim "Tag der Berufe" kehrte Anne Simon an ihre alte Schule zurück - nun als Auszubildende. Gemeinsam mit Silvia Coenen beantwortete sie Fragen zu ihrem beruflichen Alltag und erklärte den Schülern, was man bei der Gemeindeverwaltung lernen kann.

Bereits zum zehnten Mal veranstaltete die Realschule den "Tag der Berufe" in ihren Räumen. Detlef Schöndelen, Koordinator für die Berufswahl, ist stolz auf die Entwicklung. "Wir haben Unternehmen aus der Umgebung hier, darunter große und bekannte Firmen aus Mönchengladbach", sagt er. Aber auch große örtliche Unternehmen wie Holzleimbau Derix sind mit von der Partie. Dazu haben sich einige Mütter und Väter bereit erklärt, ihre eigenen Berufs vorzustellen. Zudem parkt der Metall-Elektrobus vor dem Tor, weitere Infos gibt es bei der Arbeitsagentur.

Die jugendlichen Realschüler konnten drei Firmen auswählen, über die sie mehr erfahren wollen. Regelmäßig kommen auch Schüler anderer Schulen zu dieser Infoveranstaltung und verteilen sich spontan auf die Vorträge.

Detlef Schöndelen möchte den Realschülern an diesem Tag Lust auf die Berufswelt machen. "Wir brauchen Leute, die etwas lernen", appelliert er. "Wenn sie dann eine Ausbildung gemacht haben, können sie im Anschluss ein Studium aufsatteln - aber dann wissen sie, was sie studieren." In der Berufswelt seien hinterher auch in den Führungspositionen Menschen mit praktischem Hintergrund gefragt, ist die Erfahrung des Lehrers.

Dass die Berufswahl heute viel breiter sei als früher, habe positive und negative Seiten. "Wer früher in Essen lebte, ging in den Bergbau oder zu Krupp, in Waldniel zur Kuag oder Rösler", erzählt Schöndelen. "Wenn der Vater Bäcker war, lernte der Sohn Bäcker, die Tochter einer Näherin wurde auch Näherin." Natürlich sei es gut, dass heute nicht nur räumlich, sondern auch von der Berufspalette her "die ganze Welt" offen stehe. "Aber", so ergänzt Schulleiterin Bärbel Buchwald: "Die Schüler werden überhäuft mit Informationen, vor allem im Internet." Beim "Tag der Berufe" sehen sie "hautnah", welche Angebote es in ihrer Umgebung gibt.

Buchwald und Schöndelen hoffen auch darauf, dass die Eltern ihren Kindern Orientierungshilfen geben. Viele schauten zu sehr auf den vermeintlichen sozialen Status, den man in einem Beruf erlangen könne und zu wenig auf die Entwicklungsperspektiven für den jungen Menschen, um den es gehe. Und manchmal geben auch die Lehrer den Schubs in die richtige Richtung.

So war es bei Lucy Koch. Die 18-Jährige steht gemeinsam mit ihren Kollegen von der Firma Derix vor einer Schülergruppe und erzählt von ihrer Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation. Dass sie dort ausgebildet wird, hat sie Detlef Schöndelen zu verdanken - und sie weiß es auch. Er lief nach einer Karnevalsveranstaltung hinter ihr her, brachte ihr den Flyer des Unternehmens, den sie vergessen hatte, und nahm ihr das Versprechen ab, sich sofort dort zu bewerben. Sie hat es getan - und nicht bereut: "Es war richtig, dass er Druck gemacht hat. Und die Ausbildung ist für mich die absolut richtige Entscheidung."

Quelle: RP
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