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Brüggen
Ausstellung Burg Brüggen: Kunstobjekte, die im Giebel gipfeln

Brüggen. Unter dem Titel "Lichtblicke" zeigt Gert Kampendonk im Kultursaal der Burg Brüggen symbolisch reduzierte Grundform eines Hauses Von Angela Wilms-Adrians

Ein Haus ist gemeinhin Symbol des Wohnens, doch in den Häusern des Künstlers Gert Kampendonk sind keine menschlichen Figuren zu Hause. Sie würden auch keine Fenster und in der Regel ebenso wenige Türen finden, um hinein und hinaus zu finden. Der Künstler abstrahiert die Hausform zum wiederkehrenden Motiv, das er auf vielfältige Weise variiert.

Seit gestern bestreitet Kampendonk unter dem Titel "Lichtblicke" eine Ausstellung im Kultursaal der Burg Brüggen. In Bild, Objekt und Relief jongliert der Künstler über Silhouette und Kubus mit dem Spitzgiebelhaus. In Verbindung mit Fundstücken ist der Aspekt von Verwitterung und Vergänglichkeit präsent. Glasobjekte sind klar gegliedert. In der Malerei ergeben innerbildliche Lineaturen, Schichtungen von Farbe und Farbzurücknahme ein lebendiges Spiel von Präsenz und Auflösung. Insgesamt erschafft Kampendonk einen spannenden Umgang mit sich reihenden Strukturen, Lichtbrechungen sowie blickdichten Überlappungen. Seine Materialien sind Holz, Eisenguss, Blei und Glas.

Zwei mal zwei Arbeiten scheinen auf dem ersten Blick inhaltlich aus der Gesamtschau herauszufallen. Da sind zum einen die beiden Planetenbilder, Papiercollagen mit Pigmenten, die jeweils über der Kreisform in Erd- beziehungsweise Blautönen Farbkanten schichten. Über diese Farbkanten ergibt sich die direkte Verbindung zu den geschichteten Glasplatten einiger Objekte sowie zu linear aus Holz herausgebildeten Strukturen. Zum anderen weichen zwei Eisengussobjekte mit dem Titel "Meteorit" ab. Sie scheinen durch die Wucht eines Aufpralls deformiert und sind durchbrochen - teilweise im Ausschnitt des schlichten Giebelhauses, so dass sich auch hier der Kreis zum Ganzen schließt.

Beim Eingang steht ein frühes Objekt aus dem Jahr 1974. Hier sind Fundstücke verarbeitet, wie der von innen verbrannte Balken mit den nach oben hin herausgeschälten Lineaturen fein bewegter Kanten. Der Bezug zum Haus ist noch nicht so offensichtlich, eher die Assoziation an zwei Türme. In der wesentlich jüngeren Bildserie gegenüber ist das Giebelhaus auf Silhouette und Fläche reduziert. Das Motiv ist über Farbgestaltung und Lineatur in sich bewegt. In Reliefs schichtet der Künstler mit Glaskanten, die immer auch das Licht dezent reflektieren. In der Grundform schlicht sind die Objekte entlang der hinteren Seitenwand. Das "Treppenhaus" von 2016 nimmt auf- und absteigende Elemente als gliedernde Rahmenelemente. Zentral sind die vertikal gereihten Glasplatten, die mit dem wechselnden Standpunkt zwischen Transparenz und Lichtbrechung variieren.

Das "Lichthaus", gefüllt mit geschichteten Glasplatten, findet sein absolutes Gegenstück im dunklen Kirchengebäude auf einem Karren. In Schindeln legen sich Bleilappen über die "Kuckum" betitelte Arbeit, die düster wie zur Nacht wirkt.

Quelle: RP
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