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Axel Stein - der Pfarrer, der gern Gas gibt

Viersen: Axel Stein - der Pfarrer, der gern Gas gibt
Axel Stein, Pfarrer an der evangelischen Kirchengemeinde Süchteln, gibt Gas - für den ersten Motorradgottesdienst am Samstag, 1. Mai. FOTO: busch
Viersen. Seit Oktober 2014 kümmert sich Axel Stein um die evangelische Gemeinde Süchteln. Erstmals plant er einen Motorrad-Gottesdienst. Von Bianca Treffer

Pfarrer und Biker? Für Axel Stein kein Widerspruch. Seine Motorradbegeisterung ist im Arbeitszimmer kaum zu übersehen. Auf der Fensterbank steht das Modell eines Motorrades, an der Garderobe hängt eine schwere Motorradjacke. "Ich war vom Motorradfahren schon immer begeistert, aber ich hatte den Führerschein nicht. Vor zehn Jahren habe ich diesen Traum realisiert", sagt der evangelische Pfarrer schmunzelnd.

Es war ein Traum mit praktischen Vorzügen, denn in seiner vorherigen Pfarrstelle in Solingen-Gräfrath bat sich ein Roller an, denn in der Stadt waren Parkplätze knapp und teuer. Vor vier Jahren kam das erste Motorrad, eine Honda cbf 1000 a, dazu. Als Stein im September 2014 zur neuen Pfarrstelle nach Süchteln wechselte, zogen Motorrad und Roller natürlich mit um. Und damit auch eine Idee, die er aus seiner Vorgängergemeinde mitbrachte. "In Solingen-Gräfrath habe ich etliche Motorrad-Gottesdienste organisiert, stets zur traditionellen Eröffnung der Motorradsaison am 1. Mai", sagt Axel Stein.

Nachdem er sich in Süchteln mit seiner Familie gut eingelebt hat und seine Gemeinde kennt, wollte er einen Motorrad-Gottesdienst auch hier organisieren. Die katholische Kirchengemeinde Süchteln und der Initiative "Miteinander-Füreinander Süchteln" stiegen mit auf den Bock. Die Initiative hat eine eigene Motorradgruppe; sie war sofort begeistert von einem Motorradgottesdienst mit Ausfahrt. Zwei Mitglieder arbeiteten eine Tour über den Niederrhein aus. "Sowohl meinem katholischen Kollegen als auch mir ist es wichtig, dass wir nicht in den Kirchenmauern bleiben, sondern auf die Menschen zugehen", sagt Stein, dem die ökumenische Zusammenarbeit am Herzen liegt.

Statt des 1. Mai - der Sonntag kollidiert mit den katholischen Gottesdiensten - wählte man Samstag, 30. April. Der ökumenische Gottesdienst wird in der katholischen Kirche gefeiert. "Danach ist noch Zeit, einen Kaffee zu trinken, bevor es losgeht. Wir fahren in Kleingruppen und treffen uns an verschiedenen Punkten entlang der Route immer wieder", beschreibt Stein. Er ist sehr gespannt, wie das neue Angebot aufgenommen wird.

Er lässt sich jetzt überraschen, wie viele Teilnehmer starten. Wo Stein über das Projekt gesprochen hat, sei er auf positives Feedback gestoßen. "Ich glaube nicht, dass ich allein fahren werde", meint er lächelnd.

Seinen Wechsel nach Süchteln hat er nicht indes bereut. "Ich bin ein neugieriger Mensch und wollte gerne noch einmal etwas Neues anfangen. Ich war 17 Jahre in Gräfrath. Eine wunderschöne Zeit, aber mich lockte eine neue Aufgabe", sagt Stein, der im Westerwald geboren ist, in Dillenburg Abitur machte und in Oberursel, Tübingen sowie Wuppertal studierte. Nachdem die Töchter Abitur gemacht hatten, entschloss er sich mit seiner Frau Elke zu einer Veränderung. Zumal die Pfarrstelle in Süchteln genau zu diesem Zeitpunkt ausgeschrieben wurde. Inzwischen hat er den Niederrhein bereits gut kennengelernt - natürlich auf dem Motorrad oder auch per Fahrrad.

Quelle: RP
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