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Viersen
Bahnhofstraße: Anlieger sollen zahlen

Viersen: Bahnhofstraße: Anlieger sollen zahlen
Mit Hilfe des Programms "Soziale Stadt" soll die Bahnhofstraße schöner werden - sie ist schließlich die kürzeste Verbindung von der Innenstadt zum Bahnhof. Anwohner und CDU kritisieren nun die Kosten der Umgestaltung. FOTO: Busch
Viersen. Die Bahnhofstraße soll für fast eine halbe Million Euro umgestaltet werden. 45.000 Euro sollen Anlieger aufbringen. Wie hoch der Beitrag für jeden Einzelnen ausfällt, ist unklar. Von Bianca Treffer

Dass nicht alles Gold ist, was glänzt, spiegelte sich bei einer Informationsveranstaltung der CDU zur Umgestaltung der Bahnhofstraße wider. Diese soll künftig auf attraktive Weise den Bahnhof mit der Innenstadt verbinden und wird dazu neu gestaltet. Doch Anwohner und die CDU kritisieren die Pläne wegen der Kosten. 455.000 Euro sind für das Vorhaben veranschlagt. Das Land fördert es mit 328.000 Euro innerhalb des Programms "Soziale Stadt". Auf den städtischen Haushalt entfallen 82.000 Euro Kosten, die Anwohner sollen 45.000 Euro übernehmen.

Auf jeden einzelnen der wenigen Anwohner könnten also hohe Kosten zukommen, sagte der stellvertretende Bürgermeister Hans-Willy Bouren. Wie viel genau, konnten zwei Mitarbeiter der Stadtentwicklung, Lena Vogel und Harald Droste, nicht sagen. Sie wussten bei der Infoveranstaltung am Donnerstagabend nicht, wie viele Anlieger betroffen sein werden. "Können wir die Kosten für die Anlieger senken, indem wir an der Gestaltung arbeiten und weniger Bänke aufstellen?", fragte Marc Peters, der Vorsitzende der Viersener CDU. Die Anwohner hätten sich explizit Bänke gewünscht, entgegnete Vogel.

Droste verwies darauf, dass der Anliegerbeitrag nur für eine neue Beleuchtung erhoben werde. Eine Aussage, die nicht korrekt sein kann: Laut Vorlage sollen die Anwohner neben der Beleuchtung auch für einen neuen Grünstreifen bezahlen. Beides kostet zusammen voraussichtlich 180.000 Euro. Wie viel die Anwohner genau aufbringen müssen, wird die Politik entscheiden. Normalerweise tragen Anwohner 60 Prozent der Kosten, hier sind derzeit 25 Prozent eingeplant.

Die Bahnhofstraße soll nach der Umgestaltung deutlich anders aussehen als heute. In Richtung der Freiheitsstraße soll sie für Autofahrer geschlossen werden. Stattdessen soll dort eine Grünfläche mit Sitzgelegenheiten entstehen, die an den vorhandenen Parkplatz angegliedert wird. Die Bushaltestelle soll an die Krefelder Stelle verlegt werden. Die Linksabbiegespur auf der Freiheitsstraße in Richtung Bahnhofstraße wird nicht mehr benötigt. Hier will die Stadt eine breitere Querungshilfe für Radfahrer schaffen.

Weiter ist vorgesehen, dass die Bahnhofstraße künftig zur Tempo-30-Zone wird. Zudem soll eine neue Beleuchtung installiert werden. Die Ampel an der Kreuzung Krefelder Straße würde entfernt, der Bodenbelag ausgebessert und der Radverkehr besser geführt.

Als nächstes muss der Straßenverkehrsausschuss zustimmen, um die Ampel an der Kreuzung von Krefelder Straße und Bahnhofstraße zu entfernen, sagte die stellvertretende CDU-Vorsitzende Anne Kolanus. Zudem können die Pläne nur umgesetzt werden, wenn die Krefelder Straße von einer Landes- zu einer Gemeindestraße zurückgestuft wird. Das setzt voraus, dass dort der Verkehr gezählt wird.

Wenig begeistert von den Plänen zeigte sich der CDU-Vorsitzende Marc Peters. "Hier wird viel Geld zum Fenster rausgeschmissen, und ich stelle die Frage, ob das in der heutigen Haushaltssituation notwendig ist." Eine Aussage, die bei etlichen Besuchern Zustimmung fand.

Quelle: RP
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