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Brüggen
Begegnungen im Brüggener Burgsaal

Brüggen. Eine spannende Gruppenausstellung ist zurzeit im Kultursaal der Burg Brüggen zu sehen: Sabine Wick zeigt dort - neben Uli Fritz und Klaudia Frieda - ihre Arbeiten. Im Mittelpunkt stehen vielfältige Blicke auf Menschen. Von Sigrid Blomen-Radermacher

"Begegnungen" heißt die aktuelle Ausstellung im Kultursaal der Burg Brüggen. Es finden gleich mehrere Begegnungen statt - die von drei Frauen, die sich an der privaten Kunstakademie in Mönchengladbach getroffen haben und gemeinsam ausstellen. Es sind Klaudia Frieda, die 1967 in Mönchengladbach geboren wurde und in Erkelenz lebt, die in Viersen lebende Uli Fritz, geboren 1958 in Dinslaken, und Sabine Wick, geboren 1970 in Neuss, die in Brüggen lebt.

Begegnungen finden aber auch innerhalb der Bilder statt, weil die drei Frauen den Menschen zum Thema machen. Und schließlich begegnen einander im Kultursaal die unterschiedlichen Auffassungen von Malerei.

Uli Fritz interessieren die Frauen aus den 1920er Jahren, die sich, wie sie sagt, "in einer Zeit des Aufbruchs und der Veränderung bewegten und die Befreiung aus alten Rollen erlebten". Basierend auf schwarz-weiß Fotografien aus der Zeit entwickelt sie ihre Bilder von bekannten Akteuren wie Sängerin Ella Fitzgerald oder Schauspielerin Bette Davis und unbekannten Menschen. Dass sie diese großformatig in Farbe überträgt, fügt den Frauen, wie Fritz erklärt, "einen neuen Aspekt hinzu: Sie werden moderner und aktueller". Apropos Aktualität: Ein Bild trägt den Titel "Fast ein Selfie": Es zeigt ein Paar vor einem Auto stehend, beide richten ihre Kameras aufeinander. Auch eine Begegnung.

Porträts sind ebenfalls bei Klaudia Frieda zu entdecken. Doch ist ihr die Farbe das Wichtigste. Zuerst seien einige Farbschichten da, dann erst entstehe ein Motiv - angeregt durch die Farbe. So gehört zu einem dynamischen Rot und grünen Hintergrund ein Golfer in voller Bewegung. Auch Klaudia Frieda porträtiert zwei Prominente: Campino und Lindenberg aus der Reihe "Querköpfe" . Auf dem für Porträts eher untypischen Querformat sind die Köpfe an die Seite gerückt, als wollten sie Platz für den Blick auf die mit Farbschichten bedeckte Leinwand geben.

Sabine Wick findet ihre Motive in Zeitschriften und in ihrer Sehnsucht nach fremden Kontinenten, wenn sie die afrikanischen Bilder malt. Zwei der ausgestellten Arbeiten allerdings fallen aus der Reihe. Das Bild "Kriegsmüde" zeigt eine alte verhärmte Frau, vor ihr eine Szene aus einer "Mephisto"-Aufführung, hinter ihr Hände, die sich in einen Zaun krallen. Die verzerrten Gesichter, die Beschränkung auf Schwarz- und Grautöne verstärken das Gefühl der Verzweiflung. Ebenso wie in dem Bild ohne Titel, in dem ein weinendes Mädchen im Mittelpunkt sitzt, von schreienden Eltern umringt.

Info Die Ausstellung "Begegnungen" mit Arbeiten von den Künstlerinnen Klaudia Frieda, Uli Fritz und Sabine Wick im Kultursaal der Burg Brüggen ist bis Sonntag, 10. Januar 2016 zu sehen. Öffnungszeiten: jeweils dienstags bis freitags in der zeit von 10 bis 16 Uhr.

Quelle: RP
 
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