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Viersen
Bei Schlaganfall rasch handeln

Viersen. Wie kann ich einem Schlaganfall vorbeugen? Zahlreiche Viersener nutzen den Info-Bus Von Bianca Treffer

Der rote, englische Doppeldeckerbus fällt direkt auf: Aber das ist es weniger, was die Menschen anzieht, sobald der Bus auf dem Sparkassenvorplatz in der Viersener Innenstadt geparkt hat. Es geht beim Kampagnenbus um das große Thema Schlaganfall. Weil das AKH Viersen seit einem Jahr über eine Schlaganfall-Einheit verfügt - die Tele Stroke Unit - gab es zum ersten Mal eine Zusammenarbeit mit dem Infobus "Herzenssache Schlaganfall".

"Uns ist es wichtig, die Bevölkerung aufzuklären. Auf der einen Seite sollte jeder die Risikofaktoren kennen und sie abstellen. Auf der anderen Seite geht es darum, bei den Anzeichen für einen Schlaganfall zu sensibilisieren", sagt Professor Nicolas von Beckerath. Der Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Angiologie am AKH Viersen führte die Gespräche mit den Interessenten in der Viersener Innenstadt.

Immer wieder verdeutlicht er, dass es bei einem Schlaganfall darauf ankommt, "das Zeitfenster zwischen Symptombeginn und Eintreffen im Krankenhaus so kurz wie möglich zu halten. Die Therapien sind nämlich zeitabhängig." Innerhalb der ersten drei Stunden, maximal 4,5 Stunden, könne eine Lysetherapie greifen. Zu einem späteren Zeitpunkt profitiere ein Patient davon nicht mehr.

Sehstörungen können Warnzeichen eines Schlaganfalls sein. Ein Betroffener sieht teilweise kurzfristig gar nichts mehr oder stellt eine vorübergehende Gesichtsfeldeinschränkung fest. Außerdem kann es zu Lähmungen von Armen oder Beinen kommen. Bewusstseins-, Sprach- und Sprechstörungen gehören ebenfalls zu den möglichen neurologischen Beschwerden. "Damit es erst gar nicht so weit kommt, kann eine Menge getan werden", so der Fachmann. Wichtig ist ein Normalgewicht und ausreichende Bewegung. Alkohol sollte nur in Maßen genossen werden, und auch ein Verzicht auf Zigaretten verringert die Wahrscheinlichkeit für einen Schlaganfall. Zu weiteren Risikofaktoren zählen ungünstige Blutfett- und Bluthochdruckwerte. Dabei helfen eine ausgewogene Ernährung, Bewegung und gegebenenfalls Medikamente.

Statistiken zeigen zudem, dass Menschen mit Diabetes Typ 2 rund dreimal häufiger einen Schlaganfall erleiden als Nicht-Diabetiker der gleichen Altersgruppe. Vor diesem Hintergrund gingen die Ärzte auch auf das Thema Diabetes ein.

"Das Vorhofflimmern ist ein weiterer Risikofaktor. Bei der Rhythmusstörung ziehen sich die Vorhöfe nicht mehr richtig zusammen. Es können sich Gerinnsel bilden, die abgeschwemmt einen Schlaganfall auslösen können", informierte Professor von Beckerath. Solche Erkrankungen zu erkennen und dementsprechend zu behandeln - das seien lebensrettende Faktoren. "Profilaxe und Symptome erkennen: Das ist das A und O", betonte so auch der Mediziner Jens-Holger Moll, leitender Oberarzt der Klinik für Neurologie im Alexianer Krankenhaus Krefeld, mit dem das AKH Viersen bei der Tele Strike Unit eine Kooperation eingegangen ist.

Wie es um den eigenen Blutdruck und den -zucker bestellt ist, das konnten die Besucher im Kampagnenbus direkt testen lassen. Fachpersonal vom AKH übernahm diese Untersuchungen vor Ort.

Die Ärzte betonten indes immer wieder, dass bei möglichen Verdachtssymptomen immer ein Notarzt alarmiert werden sollte. Denn je schneller die medizinische Abklärung und Behandlung erfolgt, umso kleiner die Folgeschäden bzw. die Gefahr einem Schlaganfall zu erliegen.

Quelle: RP
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