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Viersen
Beifall für die Bürgermeister-Kandidatin

Viersen. Bei sechs Mitbewerbern am 13. September geht Sabine Anemüller (SPD) von einer Stichwahl in Viersen aus. Von Manfred Baum

Es war ein Abend für Sabine Anemüller, wie ihn sich Politiker wünschen: Der 52-Jährigen flogen bei der jüngsten Mitgliederversammlung in der Gaststätte "Zur eisernen Hand" die Herzen der Genossen zu, ihre Rede wurde immer wieder durch Beifall unterbrochen und sie selbst hat sich ein Wahlkampfprogramm zusammengestellt, vor dem man den "Hut ziehen muss." Die Ratsfrau will bei den Bürgern präsent sein. Ihr Terminkalender ist bis zum 13. September prall gefüllt.

Anemüller unterstrich mit Nachdruck, dass der Kontakt mit den Bürgern von "größter Wichtigkeit" sei. Kurz blickte sie auf ihr Leben bisheriges zurück. Unterhaltsam, humorvoll und nachvollziehbar. Sie studierte nach dem Abitur Betriebs-und Volkswirtschaftslehre an der Uni in Duisburg, ist heute beruflich in verantwortlicher Funktion im Jugendamt der Stadt Duisburg aktiv, außerdem Leiterin der Stabsstelle im Amt für schulische Bildung. Privat zog sie nach dem frühen Tod ihres Mannes die beiden Töchter allein auf. Seit einigen Jahren lebt sie in Viersen, ist Ratsfrau und derzeit zweite stellvertretende Bürgermeisterin in der Kreisstadt. Unter dem Motto: "Wofür ich stehe und meine Ziele" informierte die SPD-Frau auf der Mitgliederversammlung über Themen aus ihrem Wahlprogramm: Familie, Soziales und Bildung. Sie sprach sich unter anderem für mehr Fachpersonal aus, für die Umsetzung der Inklusion. Ebenso für eine Verbesserung der Schulausstattung. Bei der Stadtentwicklung sah sie die Unterstützung des DORV-Konzeptes in Boisheim, den Ausbau des innerstädtischen Radwegenetzes oder die Innenstadtentwicklung in Süchteln. Im Rahmen von Kultur und Sport sprach sie sich unter anderem für mehr Bürgerservice für Ehrenamtler in Brauchtum und Heimatpflege aus und die Sicherung des bestehenden Kulturangebotes. Bei der Wirtschaftsförderung sieht sie Handlungsbedarf beim Ausbau der Digitalisierung. Am Herzen liegt ihr außerdem eine bürgerfreundliche Verwaltung mit einer verständlichen (barrierefreien) Verwaltungssprache. Zu Beginn der Versammlung hatte Parteivorsitzender Michael Lambertz noch einmal die ausgezeichnete Arbeit von Günter Thönnessen in den elf Bürgermeister-Jahren unterstrichen: "Günter hat auf dem Bausektor und der Stadterneuerung und dem Jahrhundertprojekt Innerer Erschließungsring ganz viel bewegt." Während Lambertz davon sprach, dass dies die "letzte Versammlung als Bürgermeisterkandidatin" für Sabine Anemüller sei, schloss der 52-Jährige bei sechs Mitbewerbern am 13. September eine Stichwahl nicht aus. Da waren dann einige Parteimitglieder euphorisch und stellten fest: "Auch Günter Thönnessen hat seine erste Wahl in der Stichwahl gewonnen."

Quelle: RP
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