| 16.19 Uhr

Niederkrüchten
Berauschende Silberhochzeit

Niederkrüchten. Die Laienschauspieler des Theatervereins Erholung Overhetfeld begeistern im Elmpter Bürgerhaus. Drei Mal in der Woche haben die Akteure für die Jubiläums-Aufführung zum Hundertjährigen geprobt. Es hat sich gelohnt. Von Wiltrud Wolters

Es muss ein mächtiger Adrenalinstoß gewesen sein, der die Schauspieler vom Theaterverein Erholung Overhetfeld ereilt hat. Ihre Augen funkeln, ein Lächeln umspielt die Mundwinkel, und doch ist die Anspannung greifbar. Hinter der Bühne reden alle miteinander oder durcheinander. Das leichte Zittern der Zigarette verrät die Nervosität, die Toilette avanciert zum besten Freund. Eben diese seltsame Mischung treibt die Akteure auf der Bühne und Helfer im Hintergrund zur Hochform an.

Mit dem volkstümlichen Schwank "Die Silberhochzeit oder Lieber einen Mann, als gar keinen Ärger" begeistern Jürgen Baltin, Ina Koos, Georg Terporten, Günter Schnell, Britta Dahlke-Hoffmann, Christian Reiling, Jacqueline Weiss und Monicque Hinsen ihr Publikum im Elmpter Bürgerhaus mit viel Engagement und Spielwitz.

Perfektes Chaos um Erbtante

Im Mittelpunkt steht Emil Fetzer, brillant gespielt von Jürgen Baltin. Aufgrund einer Wette um 30 Liter Bier mit seinem Freund Oswald Geiger, gespielt vom hervorragend stotternden Günter Schnell, steht der Weihnachtsbaum noch mitten im Sommer im Wohnzimmer. Im Streit um dieses prächtige Stück entdecken die Eheleute Fetzer, dass sie beinahe 25 Jahre verheiratet sind. Die Silberhochzeit naht, und die muss schließlich groß gefeiert werden. Doch von einer solchen Feier hat Betty Fetzer so ganz andere Vorstellungen als ihr Mann, der sich lieber mit seinen Freunden ein paar Kurze nimmt und die dreckigen Gläser wieder im Schrank verschwinden lässt oder bei Bereths einkehrt. Der Erbtante Edith in den USA hat sie in Briefen in schillernden Farben ausgemalt, wie weit es die Familie gebracht hat. Als sich die Tante nun zur großen Feier ansagt, ist das Chaos perfekt. Im Schnelldurchlauf oder "wie die Alte zur Silbergattin mutiert" müssen Anstand und Manieren im Hause Fetzer Einzug halten. Faszinierend nicht nur der perfekte Hüftschwung von Ina Koos und Britta Dahlke-Hoffmann in Kittelschürze mit Büchern auf dem Kopf. Für die Tante und den in Aussicht gestellten Reichtum inszeniert die Familie eine wunderbare Komödie, in der es an nichts fehlt.

Die Schauspieler sind mit ihren Rollen verwachsen, sie versprühen Freude und Begeisterung am Spiel, und dieser Funke springt schnell auf das Publikum über. "Es macht einfach Spaß. Wenn man nach dem Beruf abends noch zwei Stunden proben kann, vergisst man alles", sagt Georg Terporten. Seit acht Jahren ist er dabei. Für Christian Reiling ist es hingegen der erste Auftritt. "Natürlich bin ich nervös und denke daran, bloß nichts falsch zu machen. Man muss einfach rausgehen. Diese Situation kann man nicht proben. Ich bin durch meine Freundin Tante Edith dazu gekommen und werde auch nächstes Jahr wieder mitmachen. Das ist lustig", erklärte der 26-Jährige.

Quelle: RP
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