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Viersen
Berufswunsch Achterbahningenieur

Viersen. Sein Interesse für Achterbahnen hat Fabian Beinhoff zu einem erfolgreichen Jungforscher werden lassen. Der Gymnasiast siegte bei "Jugend forscht" und erhielt einen zusätzlichen Sonderpreis Von Bianca Treffer

Fabian Beinhoff hat eine große Leidenschaft - und die heißt Achterbahn. "Als ich mit fünf Jahren das erste Mal Achterbahn gefahren bin, hat es mich erwischt", verrät Fabian. Die Materie ließ den heute 13-Jährigen nicht mehr los, und das gilt nicht alleine für den Fahrspaß.

Vor fünf Jahren begann er damit, Daten und Fakten rund um die Achterbahnen zu sammeln. Keine einfache Sache, denn Hintergrundmaterial ist spärlich gesät und auch nicht immer in deutscher Sprache abrufbar. Doch das konnte seiner Begeisterung und Akribie keinen Abbruch tun. Von englischen Texten ließ er sich ebenso wenig abschrecken wie von ausgedehnten Suchen im Internet.

Im Laufe der Jahre musste er aber oftmals feststellen, dass viele Angaben nicht ganz exakt waren. Sein gesammeltes Fachwissen und eigene Fahrerfahrungen weckten dann den Tüftler in ihm. Anfang 2014 trug der Schüler des Clara-Schumann-Gymnasiums den Gedanken in sich, das Rückhaltesystem der Achterbahnen zu bessern. Im Sommer 2014 begann er, eine neue Lösung zu planen und zu entwickeln, damit die Rückhaltesysteme komfortabler und leichter nutzbar für Mitfahrer und Personal werden. "Mich störten immer die Einrastpunkte. Wenn man einsteigt, rasten die Sicherheitssysteme mit Klacken ein. Es gibt keine, dem jeweiligen Körper entsprechende individuelle Anpassung. Ich wollte ein System ohne Einrastpunkte realisieren - das zudem mehr Sicherheit beim Ende einer Fahrt gibt. Denn sollte ein Fahrgast ohnmächtig werden und das Rückhaltesystem öffnet am Ende der Fahrt, dann kann es zu Blessuren kommen", berichtet Fabian. Die Entwicklung einer solchen individuellen Technik ist dem Gymnasiasten gelungen. Er hat in unzähligen Arbeitsstunden ein System kreiert, das jetzt nicht nur die Jury von "Jugend forscht" beeindruckt hat, sondern auch einen der drei weltgrößten Achterbahnhersteller in den benachbarten Niederlanden. Fabian hat das Versatile Attraction Safety Bar System, kurz VASBS, entwickelt. Noch bevor er seine Forschungen beim Regionalwettbewerb von "Jugend forscht" vorstellte, besuchte er das niederländische Unternehmen und überraschte das Management und die Ingenieure. "Ich glaube, bei dem Fachgespräch, habe ich einige Menschen in ziemlich großes Erstaunen versetzt", bemerkt der 13-Jährige.

Beim Gespräch ging es dann unter anderem darum, wie Fabian eine Abnahme durch den TÜV erreichen könnte. Das heißt, ein Sicherheitssystem musste her, das wiederum sein neues Rückhaltesystem kontrolliert. Und auch das ist Fabian gelungen. Der Achtklässler konstruierte eine Technik, die während der Fahrt die Sicherheit von alleine prüft. Die hat er jetzt gerade dem Unternehmen vorgestellt und wartet nun auf ein Feedback.

Voll des Lobes ist Friedhelm Beyen, der im Rahmen des Bandes individueller Förderung (BiF) auch eine "Jugend forscht"-AG anbietet. "Fabian kam im vergangenen Jahr in meinen BiF-Kurs ,Jugend forscht'. Er berichtete eine Stunde von seiner Arbeit. Danach war ich nur baff. Er hat Physikkenntnisse, die erst später Thema sind", lobt Friedhelm Beyen. Er ermunterte ihn, nicht einfach nur weiter zu konstruieren, sondern auch bei "Jugend forscht" anzutreten.

Wenn Fabian nach seinem Berufswunsch gefragt wird, muss er indes nicht lange überlegen. Er möchte Achterbahningenieur werden und strebt nach dem Abitur entsprechende Studiengänge an, die ihn in diesen Berufszweig bringen.

Jetzt ist er aber erst einmal gespannt, wie eine weitere Zusammenarbeit mit dem niederländischen Unternehmen aussehen könnte und wie es auf Landesebene mit "Jugend forscht" weitergeht. Neben dem Regionalsieg hat der Gymnasiast übrigens auch noch den Sonderpreis der Hochschule Niederrhein erhalten.

Quelle: RP
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