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Viersen
Bescherung erst am 25. Dezember

Viersen. 1945 sägte Hans Orths Krippenfiguren, der Vater schmückte den Baum herrlich.

Hans Orths erinnert sich an die Vorbereitungen für das Weihnachtsfest im Jahr 1945: "Mit meinem Vater bastelte ich einen Krippenstall aus Birkenstämmchen, das nachbeiden Seiten unsymmetrisch abfallende Dach bedeckten wir mit kleinen Schilf- und Strohballen." Mit der Laubsäge sägte er nach Vorlagen Krippenfiguren aus, bemalte sie mit Wasserfarbe und überstrich sie mit Farblosen lack, so dass "Maria, Josef und das Jesuskind sowie Hirten, Schafe, Ochs und Esel richtig schön glänzten":

Doch Heiligabend fiel aus: "An Heiligabend setzten wir nur die Weihnachtsteller auf, dann ging es zeitig zu Bett. Frühmorgens, es war noch dunkel, besuchten wir die festlich gestaltete Weihnachtsmesse." Hans Orth hatte damals als Ministrant Altardienst.

"Danach frühstückten wir und dann erst war Bescherung. Mein Vater öffnete die bis dahin verschlossene Wohnzimmertür. ,Ich guck mal', flüsterte er, ,ob das Christkind auch wirklich da war.' Wenig später lächelte er geheimnisvoll: ,Ich glaube, ich habe etwas gesehen.' Dann erst hätten die Mutter, der Bruder und Orths selbst in die gute Stube gedurft. Dort erwartete sie ein herrlicher Tannenbaum, den der Vater "mit silbernen Kugeln, viel Lametta und Billigwachskerzen" geschmückt hatte. Auf den Tellern lagen einige Leckereien und Obst, Hans Orths bekam ein Auto mit Vollgummirädern, ein hölzernes Pferd mit Leiterwagen, etwas zum Lesen und natürlich Sachen zum Anziehen. Zum Mittagessen habe es "fettige Suppe, Kartoffeln, gefitschte Bohnen, gestoofte grüne Bohnen, für jeden ein Kotelett und zum Nachtisch Vanillepudding gegeben.

Später ging es zum Weihnachtskaffee zum dicken Opa und zur dicken Oma.

Quelle: RP
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