| 00.00 Uhr

Viersen
Besinnlicher Bach und feierlicher Dvorák

Viersen. VIERSEN Zwei stilistisch sehr verschiedene Kostproben anspruchsvoller geistlicher Musik hinterließen in der voll besetzten Grabeskirche St. Joseph einen tadellosen Eindruck: eine Bach-Kantate und eine Dvorák-Messe. Ein typisches Beispiel strenger, besinnlicher Kirchenmusik ist Bachs Kantate "Ich will den Kreuzstab gerne tragen". Der Chor tritt nur beim Schlusschoral in Erscheinung. Der Text, der das Leben mit einer Schiffsreise vergleicht, wird ausschließlich dem Vokalsolisten anvertraut.

Volker Mertens sang die Partie mit der gewohnten Stimmkraft und Durchsetzungsfähigkeit. Dass der Text nur schwer zu verstehen war, ist nicht ihm anzulasten; die Kirchenakustik ist nun einmal recht hallig. Allerdings: ein Blatt Papier zum Mitlesen des Textes wäre hilfreich gewesen. Das Orchester, bestehend aus Mitgliedern der Niederrheinischen Symphoniker mit der Konzertmeisterin Chisato Yamamoto, begleitete zuverlässig und einfühlsam. Ein Sonderlob verdient die Oboistin für ihr brillant gespieltes Solo.

In eine ganz andere musikalische Welt führte Antonin Dvoráks D-Dur-Messe. Fast weihnachtlich-feierlich begann das Werk, es fehlten aber auch nicht kräftig pompöse Partien. Jetzt hatte die Chorgemeinschaft St. Joseph/St. Notburga Beachtliches zu leisten. Schwierige Harmonien und Modulationen wurden mit erfreulicher Sicherheit vorgetragen. Voluminös, mit starker Bläserbesetzung, klang das Orchester. Eine sorgfältige und umsichtige Gesamtleitung garantierte Thorsten Konigorski. (gho)

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Viersen: Besinnlicher Bach und feierlicher Dvorák


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.