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Serie Mein Verein
Bestseller-Autoren lesen gern in Nettetal

Serie Mein Verein: Bestseller-Autoren lesen gern in Nettetal
Ulrich Schmitter ist stolz auf das, was der Verein Nettetaler Literaturtage erreicht hat. Auch abseits der namensgebenden Veranstaltung kann der Verein immer wieder große Namen für Nettetal gewinnen. FOTO: Busch
Viersen. Seit mehr als 20 Jahren gibt es schon den Verein Nettetaler Literaturtage, der mehr als 300 Veranstaltungen organisiert hat Von Jannetta Janssen

Breyell Wenn man Ulrich Schmitter erzählen hört, wen er alles schon für die Nettetaler Literaturtage gewinnen konnte, staunt man nicht schlecht. Zusammen mit der Buchhandlung Matussek in Lobberich und dem Buchladen in Kaldenkirchen organisiert er alle zwei Jahre ein Literatur-Festival in der Seenstadt. Und die Strahlkraft ist so groß, dass sich jüngst außer der Reihe die Bestseller-Autorin Elke Heidenreich Zeit genommen und am 13. September einige ihrer Kurzgeschichten aus "Alles kein Zufall" in der Werner-Jaeger-Halle vorgelesen hat.

An die Ursprünge 1995 kann sich Ulrich Schmitter noch gut erinnern: "Jeder hat damals seine eigene Veranstaltung gemacht, ich habe dann vorgeschlagen, dass wir uns alle zusammensetzen und an einem gemeinsamen Konzept arbeiten", erzählt der Leiter der Stadtbibliothek in Breyell. Danach wurde der Verein Nettetaler Literaturtage gegründet - mit damals rund 80 Mitgliedern. Mittlerweile sind es 280 Menschen, die einen Jahresbeitrag in Höhe von 21 Euro zahlen. Damit machen sie nicht nur möglich, dass solche kulturellen Angebote in Nettetal stattfinden können, sondern sie haben auch ein Vorkaufsrecht für Veranstaltungen. Und das kann bei Bestseller-Autoren durchaus ein Vorteil sein, denn: "Bei Katharina Thalbach zum Beispiel waren alle Karten direkt durch die Mitglieder ausverkauft", sagt Ulrich Schmitter.

Der Aufwand, der für das 16-tägige Literatur-Festival betrieben wird, ist groß. Die Organisation für den Vereinsvorstand eine Herausforderung, denn alles geschieht neben dem Alltagsbetrieb. Im Frühjahr fragen die Veranstalter bei den Verlagen oder auch den Schriftstellern an. "Wir überlegen immer, was interessant sein könnte", so Schmitter. Das können Bestseller-Autoren, aber auch Debütanten sein. Die Nettetaler Literaturtage sind in der Literaturszene bekannt: Einer ziehe den anderen an, so der Bibliotheksleiter. Sie würden gerne mit ihren Werken nach Nettetal kommen.

Der Verein hat keine Sponsoren und finanziert sich nur durch die Beiträge der Mitglieder. Da muss der Vorstand die Einnahmen gut aufteilen. Die Honorare seien, je nach Autor, durchaus "üppig", aber es gäbe auch Grenzen: "Wenn sich die nicht durch den Eintritt bezahlen lassen, dann geht es einfach nicht", sagt der Leiter der Nettetaler Stadtbücherei. Bei den meisten Autoren hätte der Verein keine Probleme den Saal "vollzubekommen", bei anderen musste "man früher die Werbetrommel rühren". Im vergangenen Jahr waren jedoch alle 16 Veranstaltungen ausverkauft. Dennoch weiß Schmitter: "Der Verein ist eine Mischkalkulation, manchmal macht man plus, manchmal minus, das ist halt so." Wünsche der Vereinsmitglieder versuchen die Vorstandsmitglieder zu erfüllen. "Das ist nicht immer einfach, aber wir tun unser Bestes."

Wenn keine Literaturtage stattfinden, lehnen sich die Organisatoren nicht zurück. "In dem Jahr bekommt dann jedes Mitglied von einem Autor aus der Region ein gebundenes Buch mit unveröffentlichten Texten", so Schmitter. Mittlerweile gibt es sieben Ausgaben. Für die diesjährige Ausgabe sei man mit dem Niederkrüchtener Schriftsteller Sebastian Polmans im Gespräch.

Auch einzelne Lesungen versucht der Verein möglich zu machen. Am 28. Oktober um 20 Uhr liest Gerd Anthoff aus "Hirngespinste", dem Werk des Niederländers J. Bernlaf. Anthoff ist Schauspieler (Claus Reiter in "Unter Verdacht") und untermalt den fiktiven Bericht aus der Erfahrungswelt eines Alzheimer-Kranken mit seinem schauspielerischen Können. Der Eintritt kostet 15 Euro pro Person.

Mehr Informationen und Tickets: www.nettetalerliteraturtage.de

Quelle: RP
 
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