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Viersen
Besucher kamen, viele Händler nicht

Viersen: Besucher kamen, viele Händler nicht
Bananen-Fred machte richtig Programm und beglückte die Besucher mit geschenkten Bananen. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Viersen. Auf dem Schöppenmarkt haben einige Händler viel Praktisches und allerhand Kurioses angeboten. Doch nach einer schlechten Wetterprognose kamen etliche Händler nicht. Vor allem auf dem Wilhelm-Cornelißen-Platz blieben Flächen frei. Von Constanze Juckenack

Es gibt Dinge, die braucht man unbedingt - obwohl man vor zehn Minuten nicht wusste, dass es sie gibt. Den Spiralschneider, mit dem man aus Zucchini Spirelli zaubert. Das Baby-T-Shirt mit dem Spruch: "Ich kleckere nicht, ich dekoriere". Putzbürsten in jeder erdenklichen Form. All das gibt es auf dem Schöppenmarkt. Besucher und Händler kamen von nah und fern, um am Aschermittwoch in Dülken bei dem großen und traditionsreichen Krammarkt dabei zu sein.

Doch gestern waren einige Besucher und Händler enttäuscht. "Man kann den Markt auch kaputtmachen!", schimpft Besucher René Quarda. Vor allem auf dem Wilhelm-Cornelißen-Platz sei es viel zu leer. Die Stände stünden einzeln herum. "Die muss man doch nebeneinander stellen!", findet Quarda. So komme keine Stimmung auf.

Tatsächlich sind auf dem Cornelißen-Platz schätzungsweise ein Drittel der Standflächen leer. Einige Stände stehen frei, links, rechts, gegenüber - keiner der Nachbarplätze ist besetzt. "Das ist natürlich schlecht für uns", sagt Bianka Mannitz. Ihre Familie hat einen Gewürzstand auf dem Cornelißen-Platz aufgebaut. "Wenn in der Reihe keiner steht, kommen die Leute auch bei uns nicht vorbei." Vor allem die schlechte Wettervorhersage hat wohl einige Händler davon abgehalten, nach Dülken zu kommen. "Teilweise war Sturm angesagt", erzählt Mannitz, die aus Krefeld angereist ist. "Wir haben auch überlegt, ob wir zu Hause bleiben. Ein Sturm wäre Gift für ein Zelt und den Wagen, die Sachen könnten ja kaputt gehen." Außerdem ist die Standmiete gestiegen.

In der Stadtverwaltung war gestern Nachmittag nicht bekannt, wie viele Händler genau abgesagt haben. 340 hatten sich angemeldet und einen Platz zugewiesen bekommen. Außerdem kommen jedes Jahr Händler unangemeldet. Der Marktmeister weist ihnen dann Plätze von Händlern zu, die ihre Stände um 7 Uhr noch nicht bezogen haben. "Dabei werden zuerst die Kernbereiche auf dem Alter Markt und der Schulstraße gefüllt", sagt Stadtsprecher Frank Schliffke. "Der Wilhelm-Cornelißen-Platz wird als letztes aufgefüllt." 2015 waren etwa 50 Händler angereist, die sich vorher nicht angemeldet hatten. Dieses Jahr waren es nur 20 - so blieb der Wilhelm-Cornelißen-Platz leer. Zudem wurde in diesem Jahr erstmals konsequent darauf geachtet, dass Feuerschutzzonen frei bleiben. Schon deshalb war zwischen den Ständen mehr Platz als sonst.

Doch allem Ärger zum Trotz amüsieren sich viele Besucher auf dem Schöppenmarkt köstlich. Die Viersenerin Sylvia Borg lässt sich den Fisch schmecken, der sei auf dem Markt immer besonders lecker. "Ich komme jedes Jahr hierher, das ist für einen Dülkener Pflicht", sagt auch Günter Wessels. Seine Ausbeute: Stoff-Küchentücher, die man erst nach längerer Zeit wegwirft, die habe jeder Dülkener im Haus; mehrere Gartenscheren und Staubsaugerbeutel, die hier günstiger waren als im Supermarkt.

Einige Händler zeigen richtige Verkaufsshows. Alexander Knötig aus Erlangen präsentiert, dass sein Spiralschneider auch mit Akkuschrauber zu betreiben ist: "So kocht man im 21. Jahrhundert!" Eine Straße weiter übertönt Bananen-Fred vom Hamburger Fischmarkt alle. Er füllt Obstkörbe und preist dabei seine Waren an, Kiwis, "die Pellkartoffel der Italiener", auch deutsche Äpfel aus Holland verkauft er. Einigen Besucherinnen wirft er Bananen zu und flirtet: "Hallo mein Schatz, ich liebe dich, von deinem Geld ernähr' ich mich."

Sogar Schöppen gibt es. Die Schaufeln mit so schönen Namen wie "Idealspaten" stehen auf einem kleinen Halter vor dem Geschäft "Samen-Franken". Die meisten Kunden gehen allerdings einfach vorbei - schließlich gibt es auf dem Schöppenmarkt noch Spannenderes zu sehen als Schöppen.

Quelle: RP
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