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Brüggen
Biberreviere werden gezählt

Brüggen: Biberreviere werden gezählt
Ein Baby-Biber beim Säugen. Dieser kleine Geselle wurde im Wuppertaler Zoo geboren. An der Schwalm bekommen Wanderer die nachtaktiven Tiere meist nicht zu Gesicht – nur ihre Spuren in Form bearbeiteter Bäume. FOTO: RPO
Brüggen. Der Schwalmverband, die Untere Landschaftsbehörde des Kreises und die Biologische Station Krickenbecker Seen haben eine "Arbeitsgruppe Schwalmbiber" gegründet. Sie will die Verbreitung der Tiere ermitteln. Von Birgitta Ronge

Wer in den Dilborner Benden oder an der Schwalm bei Lüttelforst spazieren geht, kann die Spuren entdecken, die Biber hinterließen: von den fleißigen Nagern bearbeitete Bäume. Biber selbst bekommen Wanderer bei uns aber nur selten zu Gesicht, erklärt Biologe Peter Kolshorn von der Biologischen Station Krickenbecker Seen, "unsere Biber hier sind nachtaktiv".

Anhand der Spuren will die neu gegründete "Arbeitsgruppe Schwalmbiber" von Schwalmverband, Unterer Landschaftsbehörde beim Kreis Viersen und der Biologischen Station nun ermitteln, wie viele Biber sich an der Schwalm wieder heimisch fühlen. Lange galten die possierlichen Tiere als ausgerottet durch Menschenhand. 1997 bemerkte der Schwalmverband erfreut, dass sich der Biber wieder im renaturierten Schwalmabschnitt in den Dilborner Benden ansiedelte – Zeichen für das Gelingen der Renaturierung.

Biber verteidigt sein Revier

Da eine Zählung der einzelnen Tiere nicht möglich ist, will die Arbeitsgruppe die Biberreviere zählen. Biber zeigen Territorialverhalten und besetzen ihr Revier – Konkurrenten müssen sich ein eigenes Revier suchen, erklärt Kolshorn. In einem Biberrevier lebe entweder eine Biberfamilie – oder ein Single-Biber, der noch keine Familie habe. 2009 gingen die Naturschützer zuletzt auf Spurensuche, damals wurden acht Biberreviere entlang der Schwalm von der niederländischen Grenze bis Lüttelforst gezählt, das könnte 10 bis 15 erwachsene Biber bedeuten. Von Februar an nun will die "AG Schwalmbiber" die gesamte Schwalm in diesem Bereich begehen, die Spuren des Bibers textlich festhalten und kartieren.

Viele Spaziergänger verwechseln den seltenen Biber mit dem in großer Zahl vorkommenden Nutria, das an der Schwalm immer mal wieder bejagt wird, wenn die Population zu groß wird oder sich Anwohner über Schäden beschweren. Da für die Nutrias auch Fallen aufgestellt werden, gibt es von der Grenze aus bis derzeit zur Kläranlage Amern eine Biberschutzzone: Innerhalb dieses Gebiets dürfen Nutrias nur mit Lebendfallen bejagt werden, damit nicht vielleicht irrtümlich ein Biber zu Schaden kommt, erklärt Norbert Eggels vom Schwalmverband in Brüggen. Er rechne mit einer Ausdehnung der Schutzzone durch die Bezirksregierung, da die Biberopulation wachse.

Damit Konflikte zwischen Mensch und Biber nicht die Ausbreitung der Tiere überschatten, setzt die Arbeitsgruppe auf "Bibermanagement": Ehrenamtliche Biberberater sollen vermitteln, wenn Biber wertvolle Bäume fällen. Kolshorn: "Die Bäume können zum Beispiel durch Manschetten aus Maschendraht oder ein Vergrämungsmittel geschützt werden."

Quelle: RP
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