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Viersen
Boutique nach Rauchschaden renoviert

Viersen: Boutique nach Rauchschaden renoviert
Die Mitarbeiterinnen Angelika Rehmke (l.) und Gabriele Schufen (M.) haben gemeinsam mit Inhaberin Michaela Lenders den Laden für die Wiedereröffnung vorbereitet. FOTO: Jörg Knappe
Viersen. Bei einem Feuer in der Süchtelner Innenstadt haben Löschwasser und Rauch das Geschäft von Michaela Lenders stark beschädigt. Die Polizei vermutet Brandstiftung. Heute soll nach sechs Wochen Wiedereröffnung sein Von Emily Senf

Michaela Lenders sitzt auf der Couch, als sie die Sirenen hört. Es ist ein Freitagabend, kurz vor 23.30 Uhr, die Süchtelnerin wartet darauf, dass ihre Tochter nach Hause kommt. Stattdessen sausen Fahrzeuge der Feuerwehr, ein Notarzt- und zwei Rettungswagen an ihrer Wohnung vorbei. Auf der Straße sieht Lenders über einem Gebäude in der Süchtelner Fußgängerzone Qualm aufsteigen. Erst nach und nach wird ihr klar, dass es ihr Laden ist, der unmittelbar neben dem brennenden Gebäude liegt.

Knapp sechs Wochen ist das inzwischen her. In der Nacht auf den 29. Juli hatte es im Erdgeschoss des Eckhauses an der Hindenburgstraße gebrannt. Durch starke Rauchentwicklung wurden auch das Nachbargebäude und die Wohnung über der Brandstelle in Mitleidenschaft gezogen. Drei Menschen, die über dem als Lagerraum genutzten Erdgeschoss wohnen, konnten sich noch vor Eintreffen der Feuerwehr selbst in Sicherheit bringen. Ins Krankenhaus musste keiner der Betroffenen.

Der Rauch war allerdings auch in das Bekleidungsgeschäft "mann-o-mann" von Lenders im Nebengebäude gezogen. Noch in jener Nacht sah die Inhaberin dabei zu, wie sich das Ladenlokal vom hinteren Bereich, hinter dem der Brandherd lag, bis vorne mit schwarzem Qualm füllte. "Irgendwann konnte man nicht mal mehr die Puppen im Schaufenster sehen", berichtet die 54-Jährige. Erst am nächsten Morgen zeigte sich das ganze Ausmaß. Die Toilette und das Büro im hinteren Teil des Geschäfts waren mit schwarzem Ruß überzogen, die Wand hinter den Umkleiden vom Löschwasser durchweicht. Zum Zeitpunkt des Brands befand sich Inventar im Wert von rund 125.000 Euro im Geschäft. Der Schaden liege bei mehreren Tausend Euro, sagt die Einzelhändlerin: "Allein die Reinigung der Ware kostet 5000 Euro."

Noch dauern die Ermittlungen der Polizei an. Man gehe von vorsätzlicher Brandstiftung aus, sagt eine Sprecherin. Um kein Täterwissen preiszugeben, veröffentliche sie weitere Details erst, wenn die Ermittlungen abgeschlossen seien. "Viele Menschen sind vorbeigekommen und haben gefragt, wer das wohl gewesen sein könnte", sagt Lenders, "aber ich will keine Vermutungen anstellen. Ich möchte einfach nur, dass sich alles normalisiert." Die Kosten für die Renovierung übernimmt die Wohn- und Gebäudeversicherung des Vermieters, für die Reinigung des Inventars, den Ertragsausfall und den Lohn der zwei Mitarbeiterinnen kommt Lenders Versicherung auf. Eigentlich hatte die Süchtelnerin, die ihre Boutique seit sieben Jahren betreibt, bereits am Mittwoch wieder eröffnen wollen, aber der Brandgeruch war nicht rechtzeitig verschwunden. Mit einem Ozongerät wurde er in den vergangenen Tagen neutralisiert. Die Ware wurde zudem in einer speziellen Ozonkammer gereinigt und kann wieder verkauft werden. "Sie ist einwandfrei", sagt Lenders, "und laut Versicherung zu 100 Prozent neuwertig." Trotzdem will die Inhaberin die Kleidungsstücke verbilligt anbieten, um ihre Kunden zu halten, zudem sei noch viel Sommerware darunter. Die Kunden können je nach Kleidungsstück mit zehn bis 70 Prozent Preisnachlass rechnen. Bei all dem Ärger hat Lenders ihren Humor nicht verloren. Sie nennt die Rabattaktion "Brandaktuelle Angebote".

Quelle: RP
 
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