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Schwalmtal
Boxerhündin am Hariksee vergiftet?

Schwalmtal: Boxerhündin am Hariksee vergiftet?
Brigitte und Hans-Joachim Brunewsky haben am Wochenende ihre Hündin Anuschka verloren. Sie hatte plötzlich hochgradige Vergiftungserscheinungen, dann versagte die Leber. Ein Tierarzt schläferte die Hündin ein. FOTO: Goch
Schwalmtal. Gerüchte über ausgelegte Giftköder an Spazierwegen gibt es immer wieder. Nun starb eine Hündin aus Amern. Der sie behandelnde Tierarzt hält eine Vergiftung für sehr wahrscheinlich. Er rät Hundehaltern zur Wachsamkeit. Von Anne Goch

Auf der Terrasse von Brigitte und Hans-Joachim Brunewsky steht ein steinerner Hund. Er trägt ein orangefarbenes Halsband. Bis Samstag hatte das Halsband Anuschka gehört, der Boxerhündin des Ehepaares. Am Samstagabend starb die Hündin, einen Tag nach ihrem siebten Geburtstag. Die Brunewskys sind überzeugt, dass Anuschka vergiftet wurde.

Tierarzt Sebastian Wallrafen aus Niederkrüchten, der Anuschka am Samstagabend einschläfern musste, hält das zumindest für wahrscheinlich. Weil alles am Wochenende passierte, gab es allerdings keine Blutuntersuchung, die Hündin wurde auch nicht obduziert. Das wollten die Brunewskys nicht. "Es hätte uns Nuschi ja auch nicht zurückgebracht", sagt Hans-Joachim Brunewsky traurig. Eine Vergiftung liege nahe, sagt Wallrafen: "Der Hund hatte ganz plötzlich hochgradige Vergiftungserscheinungen, litt an Leberversagen." Die Gerüchte, dass an verschiedenen Stellen in Schwalmtal und Niederkrüchten Giftköder ausgelegt worden sein sollen, und dass angeblich schon mehrere Hunde daran gestorben sein sollen, hat Wallrafen auch gehört. Aber Anuschka war bislang der einzige Hund, den er behandelte. "In den letzten Jahren hat es immer wieder Erzählungen über Köder gegeben, nur wenige konnten bestätigt werden", sagt der Tierarzt. Trotzdem rät er zur Wachsamkeit. "Die Menschen sollen die Hunde am besten nicht im Gebüsch schnüffeln und schon gar nicht fressen lassen." Wer einen Köder entdecke, solle die Stelle wenn möglich mit dem Handy fotografieren und dann den Köder mit einer Tüte, zum Beispiel mit einen Hundekotbeutel, aufnehmen, sicherstellen und die Polizei anrufen.

Anuschkas Herrchen Hans-Joachim Brunewsky hat keine Anzeige erstattet. "Es hätte keine Zweck", sagt er. Denn er könne nicht genau sagen, wo Anuschka das Gift gefressen haben könnte. Der tägliche Spazierweg der Hündig führte vom Amerner Planetenviertel aus über die alte Bahntrasse Richtung Waldniel und zum Hariksee. Dort wird er künftig auch mit Rieke spazierengehen. Das Ehepaar hat sich entschlossen, am Wochenende wieder eine kleine Boxerhündin zu sich zu nehmen. "Ich wollte erst nicht, denn ich möchte so etwas nie wieder erleben", sagt Brigitte Brunewsky. Sie habe immer noch das Gefühl, Anuschka wäre noch da. "Mal meine ich, ich höre sie draußen kratzen, dann denke ich, sie möchte rein", erzählt sie.

Hans-Joachim Brunewsky hat früher viele Jahre lang selbst Boxer gezüchtet. Der 67-Jährige will seine tägliche Route bald wieder aufnehmen. "Einen Hund ins Auto zu packen, um dann irgendwo anders spazieren zu gehen, halte ich nicht für sinnvoll", erklärt er. "Und außerdem wissen Sie ja nicht, ob da dann nicht auch was liegt." In Gruppen im Internet warnen Tierfreunde im Moment verstärkt vor Ködern. In Oberkrüchten sollen zwei Hunde gestorben sein, im Wald der Rösler- Siedlung wird von zwei Erkrankungen berichtet. In Mönchengladbach-Hockstein hat eine Tierfreundin eine präparierte Wurst gefunden, fotografiert, mitgenommen und die Polizei informiert.

Bei der Gemeinde Schwalmtal sind in den vergangenen Tagen zwei Anrufe mit Meldungen zu diesem Thema eingegangen. "Aber es waren Leute, die das nur gehört hatten, nicht selbst gesehen", sagt Gerd van Grimbergen vom Ordnungsamt. Die Gemeinde hat die Verdachtsmomente an das Kreisveterinäramt und die Polizei weitergeleitet, bleibt aber auch Ansprechpartner, wenn jemand etwas melden möchte.

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(RP/anch)
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