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Brüggen
Bracht und seine bewegte Geschichte

Brüggen. Zum Ausklang des Ortsjubiläums konnten die Brachter in der Mühle durch die Ortshistorie "spazieren gehen" Von Ingrid Flocken

Die Brachter zog es am Sonntag zum Mühlenfest und viele kamen auch in den Kostümen, in denen sie am Festzug zum Ortsjubiläum im Juli teilgenommen hatten. Das Fest war der Ausklang dieses Jubiläums und viele interessierten sich für die Ausstellung, die Ina Germes-Dohmen leicht verständlich und doch eindringlich als "Gang durch die die Brachter Geschichte" organisiert hatte. Kurz und knapp mit wenigen Zeilen auf Stelen im Eingangsbereich der Mühle erläuterte sie die Dokumente und Exponate. "Er sollte noch einmal die Welt sehen", meinte die Historikerin zum Porträt von Pastor Schlepelen aus dem 17. Jahrhundert, das sie aus dem Pfarrbüro St. Mariä Himmelfahrt entnommen hat. Dankbar ist sie der Pfarre ebenso wie der evangelischen Gemeinde für die Ausstellungsstücke. "So klein, das soll ein Brotkasten sein", wunderte sich eine Besucherin. Doch sie bestaunte gerade den Abendmahl-Brotkasten der Protestanten von 1734. Ein Original des Brachter Kupferstechers Hendrick Goltzius hatte das Kempener Kramer-Museum zur Verfügung gestellt. Und zu dem drei Kilogramm schweren und 500 Jahre alten Königssilber der Johannes-Bruderschaft hatte Ina Germes-Dohmen die Liste der Verluste der Heimatschützer aus den Burgundischen Kriegen (1472-77) gelegt.

In Bracht waren bis ins 20. Jahrhundert vor allem Bauern und Handwerker ansässig, dann die Weber und wenig später die Tonstecher. So zeigt die Ausstellung auch Schmuckfirstziegel aus Brachter Herstellung. Auch die Dohle als Wahrzeichen für Bracht findet sich dort.

Als Gerhard Gottwald als Vorsitzender des Trägervereins Heimatmuseum Brachter Mühle die vielen Gäste begrüßte, lobte er die Ausstellung als hochwertigen Beitrag zum Ortsjubiläum. Er warb für das Buch "Bracht - Geschichte einer niederrheinischen Gemeinde" von Ina Germes-Dohmen und wies darauf hin, dass die Ausstellung noch bis zum Sonntag, 16. Oktober, täglich von 14 bis 17 Uhr in der Mühle zu sehen ist. Anschließend können die Brüggener in der Volksbank an der Bruchstraße noch bis Anfang November etwas über ihre Brachter Nachbarn erfahren.

Die "Bracht-CD", die Roland Zetzen mit dem Amicitia-Chor, Karin Gottwald, Willy Hauser und Friedhelm Leven produziert hatte, gab es auch. Die Auflage beträgt 300 Stück - wer sie haben möchte, sollte sich indes beeilen. Die erste CD überreichte Zetzen unter Beifall der stellvertretenden Bürgermeisterin Claudia Wolters. Dann stimmte der Amicitia-Chor mit dem Brachter Heimatlied live auf das Mühlenfest ein, zu dem sich bei herrlichem Herbstwetter die Menschen draußen tummelten.

Quelle: RP
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