| 00.00 Uhr

Brüggen
Brachter feiern die gute Nachbarschaft

Brüggen. Dem Aufruf zum Nachbarschaftstag in Bracht folgten nur wenige Anwohner. Organisator Andreas Bist will aber noch nicht aufgeben. Denn an der Brachter Mühle zeigen die Menschen, wie gute Nachbarschaft funktioniert Von Birgit Sroka

Einfache Stehtische und eine Biertischgarnitur werden auf der Straße am vereinbarten Treffpunkt - einem Baum mit der Sonnenblume - aufgestellt. Ein Kasten Bier und eine Beerenbowle werden gebracht, jemand hat gebacken, ein anderer bringt Süßigkeiten und Getränke für die Kinder - der Nachbarschaftstag an der Brachter Mühle kann starten.

So hätte es überall in Bracht nach den Wünschen von Andreas Bist aussehen können. Er hatte zum Nachbarschaftstag aufgerufen. Im Vorfeld des White Dinners in Bracht, sollten sich ab 11 Uhr die Nachbarn zusammentun, draußen treffen, gemeinsam essen und sich besser kennenlernen. Die Gemeinschaft der Brachter Mühle kam dem Aufruf nur zu gerne nach, andere nicht. "Leider wurden die Flyer von der Post zu spät verteilt, für viele Nachbarschaften kam der Aufruf wohl zu spät", bedauert Andreas Bist. Er plant jedoch einen neuen Anlauf für das nächste Jahr.

An der Brachter Mühle ist die Nachbarschaft lebendig. Die Anwohner kommunizieren sogar regelmäßig per Smartphone. Wer Mehl braucht, schreibt eine kurze Nachricht in den gemeinsamen Chat. "Ich hab mich dort mal als handwerklich unbegabt geoutet", erzählt Bernd Nitschke, "prompt standen drei Nachbarn vor der Tür und boten Hilfe an." Ulrike Müller scherzt lachend: "Aber nur, weil sie Bier haben wollten." Bernd Nitschke und seine Frau Irmi wohnen erst seit Anfang Juli hier und wurden sehr herzlich aufgenommen.

Josef Rybka ist der Hausmeister der Straße. "Ich bin der einzige Rentner hier und hab Zeit", sagt er. Und Dietmar Brockes ergänzt lobend: "Wenn man in Urlaub ist, sieht der Rasen hinterher besser aus als vorher." Denn dann hat sich Rybka nicht nur um die Post gekümmert und Blumen gegossen, sondern auch direkt den Rasen gemäht.

Melanie Dahmen-Mellor ist froh um die funktionierende Gemeinschaft. "Es weiß auch jeder, wann jemand in Urlaub ist und passt auf das Haus auf." Sie ist die amtierende Maikönigin der Straßengemeinschaft. Jedes Jahr wird eine neue Maikönigin gewählt. "Wir brauchen für eine funktionierende Nachbarschaft keine gemeinsame Kasse und keine Statuten. Wenn geholfen werden muss, dann tun wir das ganz unbürokratisch", fassen die Nachbarn zusammen. Den Nachbarschaftstag genießen sie, aber an der Brachter Mühle klappt das sowieso jeden Tag.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Brüggen: Brachter feiern die gute Nachbarschaft


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.