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Drei Tote in Viersen
Hund findet nach Haus-Brand ein sicheres Plätzchen

Brand in Viersen: Hund findet ein sicheres Plätzchen
Hündin "Charlie" hat das Feuer überlebt. FOTO: Siemes, Horst
Viersen. Der Hund des Ehepaares, das bei dem Hausbrand in Viersen starb, hat ein neues Heim. Dort gibt es zwei Hunde, die den Neuzugang mögen. Von Birgitta Ronge

Die erste Nacht nach dem Brand am Ummerkirchweg hat "Charlie" im Körbchen verbracht. Die kleine Hündin hatte sich am Mittwochmorgen, als ihr Zuhause ein Raub der Flammen wurde, unversehrt ins Freie retten können. Das Ehepaar, dem die Hündin gehörte, starb wahrscheinlich bei dem verheerenden Brand. Letzte Sicherheit darüber soll eine Obduktion geben.

Das Körbchen, in das sich die kleine Hündin einkuschelte, gehört eigentlich Emily. Die neun Jahre alte Labarador-Hündin habe es an den Neuzugang abgetreten und dann vor dem Körbchen geschlafen, berichtet Nikos Himbiliadis. Der 53-Jährige führt am Ummerkirchweg eine Kfz-Werkstatt. Als Nachbar hatte er die Hündin am Mittwochmorgen zu sich genommen und sich um das Tier gekümmert. Bei ihm hat "Charlie" nun ein Heim gefunden.

Drei Tote bei Hausbrand in Viersen

Viele Menschen meldeten sich inzwischen bei ihm, boten an, den Hund zu sich zu nehmen. Doch das kommt für den Nachbarn nicht infrage: "In Absprache mit den Angehörigen bleibt der Hund bei uns." Himbiliadis hat Hundeerfahrung: Neben Hündin Emily gehört auch der elfjährige Labrador-Rüde Wilson zur Familie. "Und wo zwei Hunde sind, kommt auch ein dritter durch", sagt der 53-Jährige. Seine Vierbeiner hätten nichts dagegen: Als Nachbarshunde kannten die Labradore die kleine Hündin ja schon.

Am Mittwoch wurde "Charlie" zunächst von den Nachbarn gewaschen und gebürstet – auch, um den Rauchgeruch aus dem Fell zu nehmen. Für gestern Abend hatte sich Himbiliadis mit der Hündin einen Termin beim Tierarzt gemacht: "Wir wissen nicht, ob sie gechippt ist, haben kein Impfbuch." Die Hündin sei zu dick, hat Himbiliadis festgestellt – doch insgesamt mache das Tier einen guten Eindruck.

Für den Neuzugang schafften die Nachbarn neue Näpfe an, Futter sowie kleine Leckerchen, "denn die großen Leckerchen unserer Labbies kann die Kleine gar nicht beißen". Die Leckerchen kommen gut an, ein Futterverweigerer ist der Neuzugang nicht. "Man merkt, dass sie sich sicher und geborgen fühlt", sagt Himbiliadis. Darum soll die Hündin auch bei ihm bleiben dürfen.

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