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Schwalmtal
Breitbandausbau geht rasch voran

Schwalmtal. Im Planungsausschuss berichteten ein Vertreter der Deutschen Telekom und ein Vertreter des Unternehmens Deutsche Glasfaser, wie das schnelle Internet nach Schwalmtal kommen soll Von Birgitta Ronge

Lüttelforst ist derzeit in aller Munde. Das idyllische Waldhufendorf ist in Schwalmtal Vorreiter in Sachen schnelles Internet. Lange hatten die Lüttelforster darum gekämpft, dass sie den Anschluss ans Netz der Deutschen Glasfaser bekommen. Im Februar endlich kamen die Bagger, jetzt liegen die Leitungen, und wie Stefan Giese vom Unternehmen Deutsche Glasfaser am Dienstagabend im Planungsausschuss berichtete, soll das Dorf nun bald als erster Schwalmtaler Ortsteil ans Netz gehen.

Allerdings ist nicht ganz Lüttelforst mit Glasfaser versorgt worden, sondern nur der Teil, der zwischen der L 3 und der L 371 liegt. Die Anwohner am Lousberg hingegen warten immer noch darauf, dass sich etwas tut. Die Deutsche Glasfaser hatte ihnen erklärt, dass der Ausbau zum Lousberg aufgrund der wenigen Häuser dort für das Unternehmen nicht wirtschaftlich sei. Würden Dritte den Ausbau mit etwa 75.000 Euro mitfinanzieren, wäre das machbar. Daraufhin stellten Anwohner vom Lousberg bei der Gemeinde einen Bürgerantrag. Sie baten darum, über Fördermittel den schnellen Internetausbau am Lousberg zu unterstützen.

Das aber, so hatte die Gemeindeverwaltung in ihrer Vorlage zur Sitzung ausgeführt, wäre nicht verhältnismäßig. Das habe eine Rücksprache mit dem Kreis Viersen ergeben, der die Verwendung von Mitteln nach dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz prüft. Die Verwaltung empfahl dem Ausschuss daher, den Bürgerantrag abzulehnen. Das passierte nicht: Der Ausschuss beschloss, den Anschluss ans schnelle Netz für den Lousberg in ein Gesamtkonzept zum Breitbandausbau aufzunehmen. Deutlich wurde auch, dass die Unterstützung nicht unbedingt 75.000 Euro kosten muss, wie Planungsamtsleiter Bernd Gather mit Blick auf einen Graben erläuterte, in den sich vielleicht ein Rohr legen lasse. Er sicherte zu, dass die Verwaltung sich weiter um das Thema kümmern werde.

Neben Lüttelforst verlegt die Deutsche Glasfaser derzeit Leitungen in Leloh, Fischeln, Hehler, Waldnieler Heide, Rüsgen und Schier. In anderen Orten, darunter Naphausen, Eschenrath und Dilkrath, läuft die Nachfragebündelung, wie Giese erläuterte. Daniel Breuer hatte als Vertreter der Deutschen Telekom zuvor erklärt, dass man bis Jahresende die Technik in Schwalmtal aufrüsten wolle. Durch Glasfaser bis zum Verteilerkasten und Vectoring können bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) erreicht werden. Die Ausschussmitglieder allerdings machten deutlich, dass sie allein den Glasfaseranschluss bis ins Haus für zukunftsfähig halten, das Angebot der Telekom technisch hingegen eine "Lightversion" sei, wie Grünen-Fraktionschef Jürgen Heinen erklärte. Auch Hans-Dieter Heinrichs (FDP) monierte, die Übertragungsraten mit Telekom-Technik seien ihm zu viel "bis zu" - "bis zu 50 Mbit/s" bedeutet eben nicht, 50 Mbit/s auch immer zu haben. Gather erinnerte daran, dass neben der Deutschen Glasfaser und der Telekom derzeit auch Unitymedia unterwegs sei. Mit den Aktivitäten der drei Unternehmen werde sich die Breitband-Situation in Schwalmtal massiv verändern, so Gather. Am Jahresende könne man dann sehen, wo es noch "weiße Flecken" gibt. Dann könne man ein Konzept erstellen, um zu prüfen, ob sich auch die letzten Häuser mit schnellem Internet versorgen lassen - und wenn ja, wie.

Quelle: RP
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